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»IM« verschaffte MfS Schlüssel

Berlin. Ein Inoffizieller Mitarbeiter des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit hat dem DDR-Geheimdienst offenbar ab 1976 jahrelang Zugang zu vielen wichtigen Gebäuden in Westberlin verschafft. Das geht aus der 1693 Seiten langen Stasi-Akte des »IM Genua« hervor, wie das Zeit-Magazin vorab berichtet. So habe der Mann u.a. einen »speziellen Sicherheitsschlüssel« der Westberliner Polizei geliefert, mit dem sich Ampeln und Notrufsäulen öffnen ließen sowie die Eingangstüren sämtlicher Polizeireviere im Westteil der Stadt. Auch einen Schlüssel zum Ostberliner ARD-Fernsehstudio habe er zur Verfügung gestellt. Nach dem Mauerfall sei »IM Genua« zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 04.02.2010, Seite 4, Inland

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