Zum Inhalt der Seite

Ermittlungen trotz Amnestie

Berlin. Trotz einer Amnestie laufen bei den Staatsanwaltschaften zahlreiche Ermittlungsverfahren gegen Bürger, die illegale Waffen persönlich bei den Polizeidienststellen abgeliefert haben. Die Zeitung Die Welt (Dienstagausgabe) berichtete, die von der Bundesregierung bis zum 31. Dezember befristete Amnestie habe lediglich die Übergabe solcher Waffen straffrei gestellt, nicht jedoch deren Transport. Der Waffenexperte der Gewerkschaft der Polizei, Wolfgang Dicke, sagte dem Blatt, auch der Transport illegaler Munition sei nicht unter die Amnestie gefallen. Der Amnestieparagraph sei »ein Beweis mehr dafür, wie schlampig mittlerweile Gesetzgebungsverfahren laufen«. Der Innenausschußvorsitzende im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU), sprach von einem kuriosen und widersinnigen Vorgang. Das Vorgehen von Polizei und Justiz entspreche zwar dem Buchstaben des Gesetzes. Sinn und Zweck der Amnestievorschrift sei es jedoch gewesen, die Menschen aufzufordern, die Waffen abzuliefern. (ddp/jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 06.01.2010, Seite 4, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!