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Somalier: Folter in Guantánamo

Hargeisa. Kurz nach seiner Freilassung aus dem US-Gefangenenlager Guantánamo hat der Somalier Mohammed Saleban Bare das Lager als »Hölle auf Erden« mit Folter und Demütigungen beschrieben. In Guantánamo werde »eine Art psychologischer Folter, die dich geistig umbringt«, angewendet, sagte der 44jährige Bare nach seiner Ankunft in der somalischen Stadt Hargeisa im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. Dazu zähle Schlafentzug über mehrere Nächte in Folge. Außerdem würden die Häftlinge ausgehungert und erhielten nur einen Keks pro Tag. Bei Kälte müßten Häftlinge ohne Decke schlafen. Manche Gefangenen würden noch schlimmer gefoltert, durch Elektroschocks oder Schläge, sagte Bare. Manche seiner Mitgefangenen hätten in dem Lager ihr Augenlicht oder Gliedmaßen verloren oder seien psychisch krank geworden, berichtete der Somalier. Die US-Behörden teilten Bare nach dessen Aussage nie mit, warum er festgehalten wurde.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 23.12.2009, Seite 6, Ausland

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