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Gekürzte Denker

Der Verband deutscher Schriftsteller in der Gewerkschaft ver.di hat die geplanten Kürzungen im Kultur­etat der Stadt Stuttgart scharf kritisiert. »Die Hauptstadt des Landes der Dichter und Denker verliert dramatisch an kultureller Attraktivität«, teilte die Schriftstellerorganisation am Montag in Stuttgart mit. »Die jetzt vorgesehenen Streichungen werden zu Zerstörungen einer über Jahrzehnte aufgebauten Kulturlandschaft führen, die nach der Krise nicht mehr wiederherstellbar ist.« Unter anderem sollen der Bücherbus gestrichen, Mediathek und Rathaus-Bücherei geschlossen sowie Zuschüsse zu zahlreichen Kultureinrichtungen wie dem Schriftstellerhaus reduziert werden. Folgekosten, die etwa durch die staatliche Alimentierung von arbeitslosen Kulturschaffenden entstünden, seien weit größer als die Einspareffekte, hieß es weiter. Fehlende kulturelle Infrastruktur führe zur Abwanderung von Führungskräften der Wirtschaft und Gesellschaft. »Kultur ist ein Standortfaktor«, sagte der Vorsitzende des Schriftstellerverbandes, Jürgen Lodemann.

(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 17.11.2009, Seite 13, Feuilleton

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