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Kritik an Rüttgers aus Rumänien

Frankfurt/Main. Der Vizechef der rumänischen Gewerkschaft Cartel Alfa in Cluj, Valentin Ilcas, zuständig für das Nokia-Werk in Jucu, hat die Äußerungen des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) zur Arbeitsmoral seiner Landsleute eine Lüge genannt. Es könne schon deswegen keiner zu spät zur Arbeit kommen, »weil alle mit dem Werksbus abgeholt werden«, sagte er der Frankfurter Rundschau (Dienstagausgabe). Die Arbeiterinnen könnten sich mit ihrem Monatslohn von rund 250 Euro eigene Autos nicht leisten.

Am Montag hatte der in Bukarest geborene Autor und Journalist Vlad Georgescu Strafanzeige gegen den Regierungschef wegen Beleidigung und Volksverhetzung gestellt (siehe jW vom Dienstag). Rüttgers hatte auf CDU-Wahlkampfveranstaltungen zum Wegzug des Nokia-Werkes von Bochum nach Rumänien gesagt, anders als deutsche Arbeiter »kommen und gehen« Rumänen, »wann sie wollen, und wissen nicht, was sie tun«.(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 09.09.2009, Seite 4, Inland

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