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Fragwürdige ­Frühpensionierung

Mainz. Seit 2002 haben die Nachfolgeunternehmen der ehemals staatlichen Post fast 25000 Beamte in den Vorruhestand geschickt. Dabei betrug das Eintrittsalter im vergangenen Jahr bei der Telekom 46 Jahre und bei der Post AG 48 Jahre. Das berichtete die ARD-Sendung »Report Mainz« am Montag vorab. Das Magazin zitiert aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion. Auffällig ist, daß die zuständige Aufsichtsbehörde, die Bundesanstalt für Post und Telekommunikation, nur 278 der rund 25000 Fälle beanstandete. Dabei gäbe es Anlaß zur Prüfung.So wurde im Januar ein Postbeamter wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt. Noch ein halbes Jahr zuvor hatte ihm ein Facharzt »vollschichtige Belastbarkeit« attestiert. Die Personalabteilung habe ihm geraten, aus psychischen Gründen zu Hause zu bleiben und Tips für ein entsprechendes Verhalten beim Arzt gegeben, so der Beamte. Anscheinend kein Einzelfall. Ein Telekom-Mitarbeiter sei wegen Rückenbeschwerden dienstunfähig erklärt worden. Wenige Monate später gewann er eine Tennismeisterschaft.

(jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 30.06.2009, Seite 5, Inland

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