Zum Inhalt der Seite

Freispruch für ­Neonazi

Kiel. Der wegen einer Messerattacke auf zwei Mitglieder des Rockerclubs »Hell’s Angels« angeklagte frühere Landesvorsitzende der schleswig-holsteinischen NPD, Peter Borchert, ist freigesprochen worden. Die Richter waren überzeugt, daß der 35jährige die Messerstiche ausgeführt hat, konnten aber nicht ausschließen, daß es Nothilfe war, wie das Landgericht Kiel am Donnerstag entschied. Borchert hatte im August 2008 bei einer Massenschlägerei am Kieler Amtsgericht zwei Mitglieder der »Hell’s Angels« niedergestochen, als ein Prozeß gegen einen seiner Gesinnungsgenossen aus der rechten Szene beginnen sollte. Einer der beiden Rocker wurde dabei lebensgefährlich verletzt. Borchert sagte damals aus, er habe einem Freund geholfen, der angegriffen worden sei. Die beiden attackierten »Hell’s Angels« hatten von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Dies stand ihnen zu, weil sie sich als Beteiligte der Massenschlägerei mit einer Aussage hätten selbst belasten können.

(AP/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 20.02.2009, Seite 4, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!