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Erinnerung an Hetzjagd in Guben

Guben. Im brandenburgischen Guben ruft eine parteiübergreifende Initiative für den heutigen Freitag zu einer Gedenkdemonstration für Farid Guendoul auf. Der Algerier war vor zehn Jahren, am 13. Februar 1999, von Neonazis durch die Straßen der Stadt gejagt worden. Guendoul, der unter dem Namen Omar Ben Noui Asyl beantragt hatte, suchte in einem Hausflur Schutz vor den Verfolgern. Um sich in Sicherheit zu bringen, schlug er die Scheibe der Eingangstür ein. Dabei riß sich der 28jährige die Schlagader auf und verblutete. Die drei Haupttäter wurden anderthalb Jahre später zu Haftstrafen zwischen zwei und drei Jahren verurteilt. Acht weitere Beteiligte kamen mit Bewährungsstrafen oder Verwarnungen davon.

Das Gedenken beginnt um zehn Uhr mit einer Andacht vor der Bergkapelle. Von dort führt der Demonstrationszug zum Gedenkstein in der Hugo-Jentsch-Straße, wo eine ganztägige Mahnwache an das Schicksal des Algeriers erinnert.


Einer der Haupttäter hatte bei den Kommunalwahlen im vergangenen Jahrauf der NPD-Liste für die Stadtverordnetenversammlung kandidiert. (AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 13.02.2009, Seite 5, Inland

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