Zum Inhalt der Seite

Türkei: Wütende Proteste gegen Erdogan

Ankara. Die nach Meldungen über eine physische Mißhandlung des kurdischen Politikers Abdullah Öcalans durch seine Gefängniswärter vor zwei Wochen ausgelösten Proteste in den kurdischen Provinzen der Türkei dauerten auch am Wochenende an. Eine Rundreise des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan von der islamisch-konservativen AKP-Partei durch den kurdischen Südosten der Türkei wurde von wütenden Protesten beteiligt. In der Stadt Van kam es zu Straßenschlachten zwischen Einwohnern und der Polizei. Demonstranten warfen mit Steinen und setzten Autos in Brand. Die Polizei gab Warnschüsse ab und setzte Pfefferspray ein. Zahlreiche Personen wurden verletzt. In Hakkari beschädigte eine Explosion die Büros der AKP, dabei wurden nach Polizeiangaben sechs Personen verletzt. In Diyarbakir beteiligten sich am Wochenende mehrere tausend Anhänger der kurdischen Partei für eine Demokratische Gesellschaft, darunter Bürgermeister und Parlamentsabgeordnete, an einem zweitätigen Sitzstreik. Sie forderten die Regierung zu Verhandlungen mit der PKK-Guerilla für eine friedliche Lösung der kurdischen Frage und bessere Haftbedingungen beziehungsweise die Freilassung Abdullah Öcalans auf.

(jW/NB)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 03.11.2008, Seite 6, Ausland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!