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Fünfeinhalb Jahre für »Atomschmuggel«

Stuttgart. Im Stuttgarter »Atomschmuggel«-Prozeß ist der angeklagte Ingenieur am Donnerstag zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart sah es als erwiesen an, daß der 65jährige die Entwicklung von Atomwaffen gefördert hat. Der Angeklagte hatte eingeräumt, ein Unternehmen in Südafrika beim Bau von Gasultrazentrifugen unterstützt zu haben. Den Ermittlungen zufolge waren die Zentrifugen für die Anreicherung von atomwaffenfähigem Uran in Libyen vorgesehen. Der Vorwurf, wonach der Angeklagte der Strippenzieher des Geschäfts gewesen sei, habe jedoch nicht nachgewiesen werden können, so der Vorsitzende Richter des vierten Strafsenats, Jürgen Niemeyer. Ohnehin sei die Wahrheitsfindung in dem Verfahren schwierig gewesen, unter anderem deshalb, weil verschiedene Geheimdienste involviert gewesen seien. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 17.10.2008, Seite 4, Inland

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