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Streit um Bericht über KSK-Einsatz

Berlin. Der Einsatz des Bundeswehr-Kommandos Spezialkräfte (KSK) 2002 in Afghanistan bleibt womöglich geheim. Die Grünen reagierten am Mittwoch verärgert über Pläne aus Regierung und Koalitionsparteien, den entsprechenden Untersuchungsbericht nach eineinhalbjähriger Arbeit des Verteidigungsausschusses in erheblichen Teilen unter Verschluß zu nehmen. Darunter könnten dann auch Erkenntnisse fallen, ob Angehörige des Kommandos Spezialkräfte den ehemaligen Guantánamo-Häftling Murat Kurnaz in US-Haft in Afghanistan mißhandelten.

Geheimhaltungswünsche hat das Bundesverteidigungsministerium nach Angaben des Grünen-Abgeordneten Winfried Nachtwei in dem weit über 200 Seiten starken Abschlußbericht bei 52 Stellen des Textes. Allein 13 Mal sei »Schutz des Koalitionspartners« als Grund angegeben.

(AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 24.04.2008, Seite 1, Inland

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