Zum Inhalt der Seite

BND sorgt für Wirbel in Kabul

Halle. Die Überwachung des E-Mail-Verkehrs zwischen der Spiegel-Reporterin Susanne Koelbl und einem afghanischen Politiker durch den Bundesnachrichtendienst hat in der afghanischen Regierung erhebliche Unruhe ausgelöst. »Ich finde das skandalös«, sagte ein afghanischer Minister der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung (Dienstag-ausgabe) laut Vorabmeldung. »Das ist ein Verstoß gegen das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.« Er werde nun der Frage nachgehen, um welchen afghanischen Politiker es sich handele und ob er möglicherweise selbst betroffen sei, so der Minister, der nach eigenen Worten mit Koelbl im E-Mail-Verkehr stand. Er wies weiter daraufhin hin, daß die Überwachung durch einen westlichen Geheimdienst in Afghanistan als Kollaboration des Betroffenen interpretiert werde und für diesen gefährlich werden könne. (jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 22.04.2008, Seite 5, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!