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Lidl ist typisch

Frankfurt/Main. Die systematische Überwachung von Lidl-Mitarbeitern ist nach Einschätzung der Gewerkschaft ver.di keine Ausnahme bei deutschen Discountern. »Das ist deutlich üblicher, als man denkt«, sagte Handelssekretär Achim Neumann am Wochenende der AP. »Es gehört zu den Führungsprinzipien vieler Discounter, Leistungsdruck und ein Klima der Angst zu erzeugen.«

Neumann berichtete, viele Beschäftigte hätten der Gewerkschaft bereits in der Vergangenheit von Überwachungsmaßnahmen in Discountern berichtet, wagten aber keine öffentliche Aussage. Ziel der Repressionen sei auch, die Gründung von Betriebsräten zu verhindern. Um solche Bespitzelungen zu verhindern, müßte das derzeit auf 250000 Euro begrenzte Bußgeld drastisch erhöht werden, forderte der Gewerkschafter. Auch der Schutz für Mitarbeiter, die sich für die Gründung von Betriebsräten engagierten, müsse verbessert werden. (AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 31.03.2008, Seite 9, Kapital & Arbeit

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