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Wußte Berlin schon 2001 von CIA-Flügen?

Hamburg. Das Kanzleramt und die Spitzen der deutschen Dienste wußten laut einem Bericht des Stern schon kurz nach dem 11. September 2001 über die Gefangenenflüge des US-Geheimdienstes CIA Bescheid. Die Deutschen hätten damals Bedenken gegen das Entführungsprogramm geäußert, sagte der frühere CIA-Europachef Taylor Drumheller dem Magazin laut Vorabbericht vom Mittwoch. Die CIA habe dann versprochen, »unsere Verbündeten bei Operationen einzubeziehen«. Laut dem Exgeheimdienstler, der nach eigenen Angaben während seiner Amtszeit mit dem damaligen Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier (SPD) persönlich zu tun hatte, bekam die CIA vom Bundeskriminalamt (BKA) im Herbst 2001 entscheidende Informationen über den deutschen Staatsbürger Mohammed Haydar Zammar, der kurz darauf in Marokko verschwand und unter dubiosen Umständen in syrische Haft gelangte. Steinmeier sagt am heutigen Donnerstag vor dem BND-Untersuchungsausschuß zum Fall Zammar aus. (AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 13.03.2008, Seite 2, Inland

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