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Auf der Stelle. Patti Smith in »Patti Smith«

Patti Smith gilt als sehr poetisch. Bekanntlich hat sie sich ihren Stil und ihre Aura exakt vorherberechnet, als sie noch mit dem späteren Fotografenstar Robert Mapple­thorpe in New York zusammenwohnte und Bewunderin von Keith Richards war. In »Patti Smith: The Dream of Live« zeigt Steven Sebring in ausnehmend intelligent produzierten Schwarz-Weiß-Sequenzen Smith, die sich dabei beobachten läßt, daß sie denkt, der Zuschauer würde annehmen, sie wäre unbeobachtet. Sie räumt ihr verkramtes Zimmer auf, fährt sich im Gesicht herum, malt ein paar Schlieren an die Wand, öffnet eine Dose mit »Remains« von Robert Mapplethorpe (gestorben 1989), hört ein Lied ihres Ehemannes Fred (gestorben 1994) predigt auf Demos gegen George W. Bush (»Wir verachten ihn wegen seiner Umweltzerstörung, wegen seiner Unaufrichtigkeit, wegen seiner Kriege«), läuft durch Jerusalem, läuft durch Paris, läuft durch New York und springt vor einem Live-Auftritt backstage auf der Stelle und oh-ah-uht sich ein (Atemübungen). Sie singt »My Generation« und »Hhhhoooohorses«. (cm)

* »Patti Smith: Dream of Life«, USA 2007, Regie: Steven Sebring, Sektion: Panorama, 9.2.,10.2., 11.2., 17.2.
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Erschienen in der Ausgabe vom 09.02.2008, Seite 13, Feuilleton

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