Zum Inhalt der Seite
  • 04.04.2026
    1 Leserbrief
  • Aktion
Linker Journalismus

Systemwechsel (zu) leicht gemacht

Wie hältst du es mit dem Druck? Tageszeitung junge Welt zwei Wochen auf Papier testen

Von Aktion und Kommunikation
Foto: junge Welt
Wir machen weiter Druck: Frisch hergestellte Exemplare der jungen Welt in der Union-Druckerei Berlin

Es war kein Aprilscherz: Das ND (ehemals Neues Deutschland) erscheint seit Anfang des Monats nur noch einmal in der Woche gedruckt. Der Rest spielt sich in der App und im Web ab. Ein Schritt, wie ihn die Taz bereits im Oktober 2025 gegangen ist, nach Eigenangaben erfolgreich. Beide Medien haben eine Genossenschaft im Hintergrund, wie die junge Welt auch, worin sich die Gemeinsamkeiten dann aber schon fast erschöpfen.

Denn wir halten an dem wichtigen Kulturgut der gedruckten Tageszeitung fest. Mit dem Verschwinden von gedruckten Tageszeitungen sinkt auch ihre Wahrnehmung nach außen und damit ihre Relevanz. Auf der anderen Seite wird die Aufmerksamkeit für die junge Welt gesteigert. Wenn es im Pressehandel eben nur noch eine linke überregionale Tageszeitung gibt, dann wird im Zweifel eben zu dieser gegriffen. An Print festzuhalten, heißt nicht, das Digitale zu vernachlässigen. Gerade arbeiten die Kollegen der Onlineabteilung an einem Relaunch der Internetseite.

Anzeige

Wir können dem ND zu dem von ihm so bezeichneten »Systemwechsel« nur viel Erfolg wünschen, allein deswegen, damit gesellschaftskritische Medien nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Digitale Inhalte können aktueller sein. Ja, aber: Könnten systemkritische Medien jemals so aktuell und umfassend berichten, wie es die bürgerlichen mit sehr viel größeren Ressourcen tun? Auf dem Feld können wir uns nur in die Defensive begeben und drohen zu verlieren. Längere, weil analytische Texte lesen sich gedruckt besser. Sie lassen sich außerdem an Fremde leichter weitergeben, bei Demonstrationen beispielsweise.

Wie sich eine linke Zeitung täglich auf Papier liest, können Sie also jetzt nur noch bei der jW nachvollziehen. Mit dem kostenlosen zweiwöchigen Probeabo können Sie das unverbindlich testen. Nach der Zeit endet die Belieferung garantiert automatisch, und Sie müssen die Zeitung nicht aktiv abbestellen. Überzeugen Sie sich selbst von aufklärerischen Nachrichten auf Papier.

Testabo bestellen unter jungewelt.de/probeabo! Oder melden Sie sich per Telefon (030/53 63 55-84) oder Mail (abo@jungewelt.de).

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 04.04.2026, Seite 16, Aktion

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
→Leserbriefe
  • Onlineabonnent*in Michael S. aus H. 9. Apr. 2026 um 19:28 Uhr
    Vergleich Abo ND und jW, wöchentlich und täglich: Ich habe ein jW-online-Abo und ein Papier-Abo, Papier aber nur WE. Die WE-Ausgabe kommt meistens erst Montags oder Dienstags, selten Samstags. Hätte ich ein tägliches Abo, dann bekäme ich oft zwei oder drei Ausgaben am selben Tag. So schlecht läuft hier in Hamburg die Postzustellung, leider. Deshalb habe ich das WE-Abo, die anderen Ausgaben lese ich online.
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!