Richtig reinhängen!
Von Dietmar Koschmieder
Druck bewegt: Auf der Buchmesse in Leipzig in der vergangenen Woche erreichten wir mit unserer gedruckten Zeitung wieder viele, die die junge Welt noch aus früheren Zeiten kennen (»Was, die gibt’s noch?«). Aber mehr als sonst interessierten sich junge Menschen für diese Zeitung. Sie suchen Infos, Hintergründe und Einschätzungen zu den Kriegen im Sudan und Gaza, in der Ukraine, Iran, Venezuela und Kuba. Sie wollen mehr über Asow und Trump, aber auch über Castro und Maduro wissen. Sie greifen bündelweise unseren Aufkleber »Merz leck Eier«, aber auch die junge Welt selbst ist begehrt: Über 7.000 Exemplare gehen in den vier Tagen von Hand zu Hand. Einer der Höhepunkte unseres Auftritts auf der Messe ist auch in diesem Jahr der traditionelle Cuba-Libre-Empfang. Über 100 Messebesucher interessierten sich für die aktuelle Lage in Kuba: Wie gehen die Menschen mit der brutalen Aggression um, mit der die US-Administration Gewalt über die Insel gewinnen will? Wir konnten die aktuelle deutsche Ausgabe der Granma International anbieten – und beschreiben, wie sie unter harten Bedingungen entstanden ist. Dazu haben wir eine Mail der Granma-Kollegin Renate Fausten aus Havanna verlesen, die wir auch hier wiedergeben wollen:
»Dass euer Auswärtiges Amt vor Reisen nach Kuba warnt, habe ich auch mitbekommen. Aber am Samstag saß ich praktisch neben dem deutschen Botschafter im Nationaltheater, der die Kultur genossen hat. Die einzigen Autos auf dem Parkplatz waren die von der Botschaft. Die anderen mussten alle zu Fuß gehen. Alle Kulturveranstaltungen fangen um 17 Uhr an, damit die Leute im Hellen nach Hause kommen. Wir haben nur noch drei Arbeitstage für das Layout von 16 + 8 Seiten deutscher Granma. Von den drei Tagen war einer Blackout. Wie wir das trotzdem geschafft haben, weiß ich nicht. Ich war auf jeden Fall mit meinen Nerven am Ende, vor allem, weil sie dann auch noch unbedingt am Freitag die Solaranlagen synchronisieren mussten und deshalb der Strom wieder dauernd weggeschaltet wurde. Normalerweise machen wir die PDF montags oder dienstags, jetzt mussten sie alle freitags korrigiert und autorisiert werden. Ich hoffe, es waren nicht so viele Fehler drin. Montag hatten wir schon wieder einen Blackout und keiner weiß bis jetzt, warum. Gestern, nach 25 Stunden, kam der Strom wieder. Ich habe dann nachts alle Granma-Artikel übersetzt bis 2 Uhr morgens. Jetzt ist der Strom wieder weg. Das Problem ist: Unsere Wassertanks sind leer, und es kommt kein Wasser in die Zisterne. Glücklicherweise habe ich eine gute Bekannte in der Nähe, die ein Haus verwaltet, das theoretisch viele Zimmer an Touristen vermietet. Die Eigentümer sitzen in Spanien. Nun gibt es zwar keine Touristen, aber viel Wasser. Tony war so lieb, uns dabei zu helfen, ca. 50 Liter Wasser in unser Appartamento hochzuschleppen. Ich beklage mich nicht, ich schildere nur die Lage. Wir haben keine Vorräte mehr im Tiefkühlfach, weil wir vor zwei Wochen alles wegwerfen mussten. Meine russische Freundin und Lehrerin hat gestern den ganzen Tag Hähnchen und anderes gekocht, damit nicht alles verdirbt. Heute habe ich günstig Kartoffeln bekommen. Was die Stimmung angeht, so ist in dem Bezirk, in dem ich wohne, alles so, als ob nichts wäre. Alles singt und klingt wie immer, sobald Strom da ist. Manchmal komme ich mir ein bisschen so vor wie auf der Titanic. Silvio Rodríguez hat auch schon nachgefragt, wann sie ihm die AK 47 aushändigen (was inzwischen geschah, jW). Ich hoffe, ihr seid gut erholt und könnt euch richtig reinhängen. Es müssen viel mehr Leute mobilisiert werden. In Griechenland, das war wirklich beeindruckend. Eine internationale Brigade wie im Spanischen Bürgerkrieg, zunächst mal symbolisch.«
Ja, wir werden uns richtig reinhängen! Und viele Menschen mobilisieren, junge wie alte! Solidarität mit Kuba, das heißt jetzt erst recht: Abonniert die Granma International, Deutsche Ausgabe (24 Euro für 12 Ausgaben, bestellbar unter jungewelt.de/granma)! Kommt zur Verleihung des Rosa-Luxemburg-Preises an die Kinderärztin Aleida Guevara und das widerständige Volk von Kuba am 11. April nach Berlin! Organisieren wir uns in der Kuba-Solibewegung! Besorgt und verbreitet Informationen, die die Lage des kubanischen Volkes, die Ursachen der Probleme und den Widerstand gegen den US-amerikanischen Aggressor wahrheitsgetreu beschreiben! Nutzt dazu intensiv die Tageszeitung junge Welt in gedruckter und digitaler Form! Zudem ist jetzt jede materielle Hilfe notwendiger denn je. Dabei geht es nicht nur um Solidarität mit den kubanischen Menschen und ihrer Revolution: Wir müssen dem Imperialismus im Niedergang Grenzen aufzeigen! Sie wollen China zerschlagen, es soll ihnen aber nicht einmal mit Kuba gelingen! Der Kampf hat erst angefangen. Und wir brauchen jetzt wirklich jeden!
Kuba-Konferenz und Preisverleihung an Aleida Guevara zu einer Manifestation der Solidarität machen! Jetzt Ihr Ticket bestellen unter jungewelt.de/rosa-luxemburg-preis
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