06.10.2010
Gegen Fühlmale
Hazel Rosenstrauch wettert in ihren Essays gegen eine kaputtritualisierte Erinnerungskultur
Von Christiana Puschak
Die »unjüdische Jüdin« Hazel Rosenstrauch
widmet sich in ihrem Essayband »Juden Narren Deutsche«
einem erstarrten, ja verwalteten Gedenken, sei es in Deutschland
oder in Österreich. Eindringlich schreibt sie gegen die Macht
einer bleiern gewordenen, in Ritualen erschöpften
Erinnerungskultur an.
Der Mode, Mahnmale zu errichten, Orte jüdischen Lebens zu
markieren, Reisen zum Mitfühlen und Miterleben zu
organisieren, begegnet sie mit Unbehagen:...
Artikel-Länge: 2842 Zeichen


