25.03.2004
Am Abgrund des Traumas
Aki Shimazaki schreibt auch mit ihrem zweiten Roman »Tsubame« gegen das offizielle japanische Geschichtsbild an
Von Martin Droschke
Für einen patriotischen Japaner ist der 1. Dezember ein Gedenktag. Er verneigt sich mit Ehrfurcht vor den Opfern des großen Erdbebens von 1923, das 140 000 Menschen tötete und das historische Tokio in Flammen aufgehen ließ. Mariko, die Ich-Erzählerin aus Aki Shimazakis kurzem Roman »Tsubame«, ist eines von Tausenden Kindern, die an diesem Tag zu Waisen wurden. Zumindest steht das in ihrem »Koseki«, ihrem behördlichen Familienstammbuch, das si...
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