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Scharfe Kritik an Mügeln-Urteil

Dresden. Das erste Urteil zu den schweren Gewaltaktionen auf eine Gruppe Inder im August im sächsischen Mügeln ist auf scharfe Kritik gestoßen. Marianne Thum von der Opferberatungsstelle Dresden bezeichnete die gegen einen 18jährigen am Montag verhängte Geldstrafe von 600 Euro wegen Volksverhetzung am Dienstag als viel zu milde. Auch sei nicht nachvollziehbar, daß keiner der bei der Tat teilweise schwer verletzten Geschädigten vom Oschatzer Amtsgericht als Zeuge geladen worden sei. Ein Sprecher des Gerichtes bezeichnete am Dienstag die fehlende Information der Opfer und der Öffentlichkeit über den Prozeßtermin als »Kommunikationsfehler«. Mügelns Bürgermeister Gotthard Deuse (FDP), der die ausländerfeindliche Hetzjagd in der rechtskonservativen Zeitung Junge Freiheit als »unpolitische Schlägerei« bagatellisiert hatte, lehnte jede Stellungnahme zu dem Urteil ab.(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 28.11.2007, Seite 1, Inland

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