15.05.2007
Gedanken auf dem Fahrrad
Von Ruth Werner
Das Rad meines älteren Bruders war zu groß für mich, aber ich lernte darauf fahren. Ich schwang meine achtjährigen Beine mit Mühe über die Mittelstange und fuhr, da der Sattel unerreichbar war, mit den Füßen auf den Pedalen stehend, die ersten atemberaubenden Meter allein. Mit vierzehn besaß ich selbst ein Rad. Ich liebte die Bewegung, den Duft der Linden im vorbeirauschenden Wind, die Kälte eines Wintertages bei schneller Fahrt. Als ich 1924 in den Kommunistischen ...
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