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RAF-Debatte: Strafe nach der Strafe?

Bremen. Die Tätigkeit des früheren RAF-Mitglieds Susanne Albrecht als Deutschlehrerin sorgt für Unmut in der Bremer Koalition von SPD und CDU. Der Vorsitzende der Bremer CDU-Bürgerschaftsfraktion, Hartmut Perschau, reagierte am Montag »mit Erstaunen und Unverständnis« auf die Information, daß Albrecht seit zehn Jahren in Bremen Migrantenkindern Deutschunterricht gibt. Entsprechende Berichte waren am Montag vom Sprecher des Bremer Bildungssenators, Rainer Gausepohl, bestätigt worden. Bildungssenator Willi Lemke (SPD) ist einem Spiegel-Bericht zufolge auch erst vor einigen Wochen über Albrechts Tätigkeit informiert worden.
Perschau nannte es »völlig untragbar, daß unsere Kinder von einer verurteilten RAF-Terroristin unterrichtet werden«. Die Äußerung des Bildungssenators, es handele sich hierbei um »ein Beispiel gelungener Resozialisierung«, sei schwer nachvollziehbar. Perschau kündigte an, eine Sondersitzung der Bildungsdeputation und des Rechtsausschusses zu beantragen. Lemke und Justizsenator Jens Böhrnsen (SPD) sollen von der CDU-Fraktion aufgefordert werden, »die Vorgänge unverzüglich aufzuklären«.
Albrecht hatte ihre Haftstrafe in Bremen verbüßt und war 1996 vorzeitig auf freien Fuß gesetzt worden. Sie war im Juli 1977 mit Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt an der Ermordung von Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto beteiligt.
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(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 02.05.2007, Seite 4, Inland

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