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Kambodscha droht ein Bürgerkrieg

Zweiter hoher Mitarbeiter Ranariddhs tot. Kämpfe halten an

In der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh verdichten sich nach Agenturmeldungen die Anzeichen für eine Säuberungswelle nach der Machtübernahme des Zweiten Ministerpräsidenten Hun Sen. Einen Tag nach der Hinrichtung eines hohen Mitarbeiters des geflohenen Ersten Ministerpräsidenten Norodom Ranariddh wurde am Mittwoch dessen Geheimdienstmitarbeiter Chau Sambath tot aufgefunden. Die Umstände seines Todes blieben zunächst unklar. Nach Angaben der neuen Machthaber beging Chau Sambath Selbstmord, anderen Informationen zufolge wurde er auf der Flucht erschossen.

Chau Sambath stand wie der am Dienstag getötete Ho Sok auf einer Liste von vier hohen Mitarbeitern Ranariddhs, die festgenommen werden sollen. Über den Verbleib des militärischen Oberbefehlshabers Nhek Bunchhay und des Sicherheitschefs Serey Kosal wurde zunächst nichts bekannt.

Amnesty international rief die Botschaften in der Hauptstadt auf, Anhängern Ranariddhs Asyl zu gewähren. Mindestens 50 seien untergetaucht und bräuchten Schutz. Das Schicksal von 33 Festgenommenen sei unklar. Vermutlich seien auch mehrere Journalisten, die als Anhänger des Ersten Ministerpräsidenten gelten, festgenommen worden, erklärte die Menschenrechtsorganisation.

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Die Gefahr eines Bürgerkrieges stieg unterdessen offenbar weiter. Truppen Ranariddhs setzten sich mit Panzern in Richtung der Stadt Siem Reap bei der Tempelanlage Angkor in Bewegung. Zahlreiche Bewohner der Stadt bereiteten ihre Flucht vor. Nach Einschätzung von Beobachtern deutet die jüngste Entwicklung darauf hin, daß es den Truppen des zweiten Ministerpräsidenten Hun Sen trotz der Einnahme der Hauptstadt Phnom Penh nicht gelungen ist, den Widerstand der Anhänger von Ranariddh entscheidend zu brechen.

AP/jW

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Erschienen in der Ausgabe vom 10.07.1997, Seite 0, Ausland

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