04.01.1999
Von der moralischen Überdüngung des Mobs
Zur Geistesverfassung eines Heine-Preisträgers und seines Publikums
Von Werner Rügemer
Der Schriftsteller Martin Walser polemisierte gegen die »Meinungssoldaten«, die den friedlichen deutschen Normalbürger endlos mit der »Moralkeule Auschwitz« verprügeln. Dagegen erhob sich harsche Kritik. Zwei Monate später, am 13. Dezember 1998, erhielt der Schriftsteller Hans M. Enzensberger den Heinrich-Heine-Preis. Seine Dankesrede im Schauspielhaus Düsseldorf, abgedruckt im »Spiegel«, hat keine öffentliche Kritik hervorgerufen. Dabei wäre eine solche mindestens ...
Artikel-Länge: 11959 Zeichen


