Zum Inhalt der Seite

Reformkritik unerwünscht

Berlin. Das Bundesgesundheitsministerium will eine für den Spätsommer angekündigte Kampagne der Krankenkassen gegen die Gesundheitsreform unterbinden. Die Bundesregierung könne eine »Antipropaganda« gegen die von der Koalition ausgehandelten Eckpunkte nicht tolerieren, sagte Ministeriumssprecher Klaus Vater am Mittwoch vor Journalisten in Berlin. Die gesetzlichen Krankenkassen seien Körperschaften des öffentlichen Rechts und hätten kein »politisches Mandat«.
Die Sprecherim des Verbandes der Angestelltenkrankenkassen (VdAK), Doris Pfeiffer, hielt im Berliner Tagesspiegel (Donnerstagausgabe) dagegen: »Wir wollen nicht zum Kongoeinsatz der Bundeswehr Stellung nehmen, sondern zum Thema Gesundheitsreform.«
Nach Vaters Worten wird sich das Ministerium von den Kassen zunächst die von ihnen geplanten Aktionen erläutern lassen. Dann würden sie »aufsichtsrechtlich beraten«, was ihnen gestattet sei und was nicht. Der VdAK hatte zuvor eine bundesweite Informationskampagne für die Zeit nach den Ferien angekündigt.
Anzeige


(AFP/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 20.07.2006, Seite 5, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!