-
20.07.2006
- → Inland
Ärzte weiten Streiks deutlich aus
Für kommende Woche weitere Verschärfung angekündigt
Die Ärzte an den kommunalen Kliniken haben ihre Streiks deutlich ausgeweitet. Einen Tag nach dem vorläufigen Scheitern der Tarifgespräche legten am Mittwoch nach Angaben des Marburger Bunds 14500 Ärzte in acht Bundesländern ihre Arbeit nieder. Betroffen waren demnach 121 Städte, die meisten davon in Bayern. Marburger-Bund-Chef Frank Montgomery wollte für die Ärztegewerkschaft die Bestellung eines Schlichters nicht ausschließen. »Ich hätte nichts dagegen«, sagte Montgomery der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Mittwoch. Der Verhandlungsführer der Kommunen, Otto Foit, sagte dem Blatt dagegen, er rechne nicht damit, daß eine Schlichtung aktuell werde.
Der stellvertretende Marburger-Bund-Vorsitzende Rudolf Henke räumte unterdessen ein, daß die Arbeitgeber in den Verhandlungen in einer schwierigen Situation seien. Das wirke wie eine Zerreißprobe auf seiten der Krankenhäuser, sagte Henke auf n-tv. »Wir wissen, daß 40 Prozent der Häuser rote Zahlen schreiben. 60 Prozent der Häuser schreiben eine schwarze Null oder schwarze Zahlen. Das unter einen Hut zu bringen ist zugegeben für die Arbeitgeber schwierig.« Henke erwartet für die kommende Woche eine Verdoppelung der Zahl der streikenden Ärzte. Voraussichtlich werde die Hälfte aller Mediziner der kommunalen Krankenhäuser streiken. Der Sprecher des Marburger Bundes, Athanasios Drougias, bezeichnete gegenüber AP das zuletzt vorgelegte Angebot der Arbeitgeber als »plumpen Versuch des Lohndumpings«.
Unterdessen fürchtet der Wittmunder Landrat Henning Schultz, der Präsident des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Niedersachsen ist, eine Zerfledderung der Tariflandschaft. Er rechne damit, daß es nun zu einem Mischmasch von Haustarifen und Flächentarifen kommen werde, sagte Schultz der Oldenburger Nordwest-Zeitung (Mittwochsausgabe). Bei den Arbeitgebern seien die Fronten gespalten, einige Krankenhäuser verhandelten bereits direkt mit den Gewerkschaften über Haustarife.
Der Marburger Bund hatte am Dienstag die Tarifgespräche für die rund 70 000 Ärzte an den kommunalen Kliniken abgebrochen. Die Ärztegewerkschaft begründete dies mit der Weigerung der Arbeitgeber, das Angebot bei der Ärztevergütung deutlich nachzubessern.
(AFP/AP/jW)
Der stellvertretende Marburger-Bund-Vorsitzende Rudolf Henke räumte unterdessen ein, daß die Arbeitgeber in den Verhandlungen in einer schwierigen Situation seien. Das wirke wie eine Zerreißprobe auf seiten der Krankenhäuser, sagte Henke auf n-tv. »Wir wissen, daß 40 Prozent der Häuser rote Zahlen schreiben. 60 Prozent der Häuser schreiben eine schwarze Null oder schwarze Zahlen. Das unter einen Hut zu bringen ist zugegeben für die Arbeitgeber schwierig.« Henke erwartet für die kommende Woche eine Verdoppelung der Zahl der streikenden Ärzte. Voraussichtlich werde die Hälfte aller Mediziner der kommunalen Krankenhäuser streiken. Der Sprecher des Marburger Bundes, Athanasios Drougias, bezeichnete gegenüber AP das zuletzt vorgelegte Angebot der Arbeitgeber als »plumpen Versuch des Lohndumpings«.
Unterdessen fürchtet der Wittmunder Landrat Henning Schultz, der Präsident des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Niedersachsen ist, eine Zerfledderung der Tariflandschaft. Er rechne damit, daß es nun zu einem Mischmasch von Haustarifen und Flächentarifen kommen werde, sagte Schultz der Oldenburger Nordwest-Zeitung (Mittwochsausgabe). Bei den Arbeitgebern seien die Fronten gespalten, einige Krankenhäuser verhandelten bereits direkt mit den Gewerkschaften über Haustarife.
Der Marburger Bund hatte am Dienstag die Tarifgespräche für die rund 70 000 Ärzte an den kommunalen Kliniken abgebrochen. Die Ärztegewerkschaft begründete dies mit der Weigerung der Arbeitgeber, das Angebot bei der Ärztevergütung deutlich nachzubessern.
Anzeige
(AFP/AP/jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Solidarität jetzt!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
→ mehr aus dem Ressort Inland