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Opfer-Archiv jetzt angeblich zugänglich

Washington/Berlin. Nach jahrelangem Widerstand ist Deutschland offenbar bereit, das Holocaust-Archiv in Bad Arolsen für die Forschung zu öffnen. Die Bundesregierung habe ihre datenschutzrechtlichen Bedenken aufgegeben, sagte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) am Dienstag (Ortszeit) in Washington. In allen elf an dem Archiv beteiligten Staaten sei der Datenschutz inzwischen genügend entwickelt, um die Forschung mit den Daten zu erlauben. Die Federation Internationale de Resistance (Internationale Vereinigung der Widerstandskämpfer) bezweifelte allerdings in einer ersten Stellungnahme, daß wirklich Zugang zu den Dokumenten über etwa 17 Millionen Opfer des deutschen Faschismus gewährt werde. (AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 20.04.2006, Seite 5, Inland

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