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19.06.1997
- → Ausland
Tory-Wahl geht in die letzte Runde
Euroskeptiker Redwood als Königsmacher für den »Europäer« Clarke?
Im Rennen um John Majors Nachfolge als Vorsitzender der Tories in Großbritannien hat der Euroskeptiker John Redwood am Mittwoch überraschend Partei für den Europäisten Kenneth Clarke ergriffen. Nach »fruchtbaren Diskussionen« mit Clarke habe er sich entschlossen, diesen zu unterstützen, sagte Redwood in London. Er gilt als möglicher »Königsmacher«, weil er zahlreiche Euroskeptiker bei den Tories vertritt. Nach dem Ausscheiden Redwoods bei der Abstimmung am Dienstag war vermutet worden, daß der 36jährige Euro-Kritiker William Hague die Stimmen der Redwood-Anhänger erhalten und den dritten Durchgang am Donnerstag damit für sich entscheiden würde. Zu seiner überraschenden Entscheidung für Clarke sagte Redwood: »Kenneth und ich sind uns vollkommen einig in unserer Ablehnung des Euro, so wie er im Moment von Brüssel vertreten wird.« Hague solle seine Kandidatur zurückziehen.
In der zweiten Runde der Wahl zum Parteivorsitzenden der Tories hatte am Dienstag keiner der drei Kandidaten Clarke, Hague und Redwood die erforderliche Mehrheit von 83 Stimmen erhalten. Redwood landete mit mageren 38 Stimmen auf dem letzten Platz und schied aus. In der letzten Runde stehen sich damit am Donnerstag Hague, der früher Minister für Wales war, und Ex-Schatzkanzler Clarke gegenüber. Clarke geht mit einem hauchdünnen Vorsprung von zwei Stimmen in die entscheidende Abstimmung und kann nun noch mit den Stimmen der Redwood-Anhänger rechnen. Wahlberechtigt sind die 164 Abgeordneten der Tories im Unterhaus.
Hague erklärte nach der zweiten Runde, er habe »den Schwung und die Unterstützung, um am Donnerstag zu gewinnen«. Er wird vom ehemaligen Innenminister Michael Howard und Ex-Sozialminister Peter Lilley unterstützt, die beide schon in der ersten Wahlrunde ausgeschieden waren. Die Parteimitglieder, die keinen Einfluß auf die Wahl ihres Vorsitzenden haben, sprachen sich in einer Umfrage klar für den 56jährigen Clarke aus.
AFP/jW
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