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Vor ausländischer Intervention?

Konfliktparteien in Kongo-Brazzaville können sich nicht einigen

Nach dem Scheitern der Friedensinitiative zur Beendigung der Krise in Kongo-Brazzaville ist die Entsendung einer internationalen Eingreiftruppe im Gespräch. Eine solche Truppe sei nötig, um dramatische Entwicklungen für die Bevölkerung und die ganze Region abzuwenden, sagte der Sondergesandte der Vereinten Nationen und der Organisation Afrikanischer Einheit (OAU), Mohamed Sahnoun, am Dienstag im französischen Rundfunk. Die Kämpfe zwischen Einheiten von Präsident Pascal Lissouba und seinem Rivalen Denis Sassou Nguesso dauerten auch am Dienstag an. Nach neunstündigen Beratungen in Gabuns Hauptstadt Libreville hatten sich die Konfliktparteien nicht über Vorschläge zur Beilegung der Krise einigen können. Ein weiteres Treffen oder eine neue Initiative wurden nicht angekündigt. Die französischen Soldaten setzten ihren Rückzug aus Brazzaville fort.

Die ganze Nacht über waren in Brazzaville Schußwechsel zu hören. Hinweise auf größere Verschiebungen von Bodentruppen gab es zunächst allerdings nicht. In Libreville hatten Vertreter Lissoubas und Sassou Nguessos mit einem Schlichterkomitee aus Vertretern mehrerer afrikanischer Staaten unter Vorsitz von Gabuns Staatschef Omar Bongo gesprochen. Direkte Gespräche zwischen den Konfliktparteien gab es jedoch nicht. Haupthinderungsgrund war nach Meinung Sahnouns, der den Gesprächen beiwohnte, die Bedingungen zur Vorbereitung der Präsidentschaftswahlen. Die Haltung der Konfliktparteien zueinander sei von großem Mißtrauen geprägt.

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Die Kämpfe hatten sich am 5. Juni entzündet, als Lissouba die Residenz seines Rivalen umzingeln ließ, nachdem man sich zuvor auf einen friedlichen Wahlkampf geeinigt hatte. Die Wahlen waren für den 27. Juli vorgesehen.

AFP/jW

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Erschienen in der Ausgabe vom 18.06.1997, Seite 0, Ausland

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