17.05.2005
Die Lust am Lynchen
Wenn schon mal ein Galgen steht, muß auch jemand dran baumeln: Abbas Maroufi über iranische Kleinstadtklüngel und Grausamkeit
Von Silvia Szymanski
Es duftet nach Erde in dem neuen Roman des im deutschen Exil lebenden iranischen Autors Abbas Maroufi, ein trauriges Singen ist darin, Blut, Fleisch, Knochen. Und ein verzweifelter, makabrer Surrealismus wie bei de Chirico, der unversehens ins Alptraumhafte, Grauenhafte entgleisen kann. Wie bei Borges ist hier die Architektur traumartig absurd und labyrinthisch, die Zeit spielt keine Rolle; Uhrzeiger drehen durch, oder sie bleiben stehen am morbiden Schauplatz der t...
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