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12.06.1997
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Elmer Pratt nach 27 Jahren Haft in Freiheit
USA: Prozeß gegen Ex-Black-Panther-Chef wird neu aufgerollt
Der frühere Chef der radikalen Black-Panther-Bewegung in Los Angeles, Elmer »Geronimo« Pratt, ist am Dienstag nach 27 Jahren Haft entlassen worden. Pratt war 1972 in einem aufsehenerregenden Prozeß schuldig gesprochen worden, bei einem Raubüberfall eine Frau getötet und deren Ehemann schwer verletzt zu haben. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, hatte jedoch stets seine Unschuld beteuert und der US-Bundespolizei FBI Betrug vorgeworfen.
Der Prozeß war von der Menschenrechtsorganisation amnesty international und mehreren Kongreßabgeordneten kritisiert worden. Nach vier vergeblichen Anläufen entschied ein Richter am 29. Mai, den Fall in einem Prozeß neu aufzurollen, nachdem sich die Zweifel an der Schuld Pratts verdichtet hatten.
Der wichtigste Zeuge des damaligen Verfahrens, Julius Butler, war ein Informant des FBI, was die Geschworenen offenbar nicht wußten.
Der mittlerweile 49jährige Pratt, der gegen eine Kaution in Höhe von 25 000 Dollar (rund 43 000 Mark) freikam, wurde beim Verlassen der Haftanstalt von Freunden und Anhängern empfangen. Er rief zur Befreiung aller politischen Häftlinge auf und erklärte, er habe »keinerlei Bitterkeit im Herzen«. Es sei aber schwer zu beschreiben, was in den 27 Jahren mit ihm geschehen sei. »Das, was sie mit mir gemacht haben, ist das Schlimmste, was man sich vorstellen kann.« Jetzt wolle er zunächst seine Familie und seine Mutter sehen.
Die parteiähnliche Black-Panther-Organisation gehörte zur US-Bürgerrechtsbewegung und trat für die Selbstbestimmung der Schwarzen ein. Der Black-Panther- Organisation war mehrfach vorgeworfen worden, Gewalt nicht prinzipiell abzulehnen.
AFP/jW
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