- → Ausland
Zynismus bloßgestellt
UN-Debatte: Irans Präsident antwortet Trump
Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat die Vorwürfe Donald Trumps vor der UN-Generalversammlung scharf zurückgewiesen. »Der US-Präsident hat uns als Terroristen bezeichnet«, sagte er zu Beginn seiner Rede am Mittwoch (Ortszeit) mit Blick auf die Worte Trumps vom Vortag, an dem dieser der Islamischen Republik erneut mit »Auslöschung« gedroht hatte. Doch in Wirklichkeit sei Iran »Opfer von Terrorismus«. »Ohne jede rechtliche Grundlage oder einen legitimen Grund« sei »unser hochgeachteter Oberster Führer« Ali Khamenei von der US-amerikanisch-israelischen Kriegsallianz ermordet worden. Auch verwies Peseschkian auf den US-Angriff auf eine iranische Schule, bei dem unzählige Kinder getötet wurden. »Sie waren unschuldig und hatten keinerlei Verbrechen begangen.« Um seine Worte zu unterstreichen, hielt Peseschkian Bilder von Khamenei und dem Massaker an den Schulkindern hoch.
Peseschkian sagte, dass er eigentlich ein Redemanuskript vorbereitet hatte, an das er sich aber wegen der vorhergehenden Äußerungen des US-Präsidenten nicht mehr halten könne, wie der libanesische Sender Al-Majadin seine Worte interpretierte. »Sie können Iran nicht auslöschen«, entgegnete er auf Trumps Vernichtungsdrohungen. »Iran ist ein Land mit tiefen geschichtlichen Wurzeln, unser Volk wird bleiben.« Um den Terror Israels und der USA zu verdeutlichen, kam er auch auf die gezielten Tötungen iranischer Wissenschaftler zu sprechen, die Zerstörung von Infrastruktur sowie die »80.000 unschuldigen Zivilisten«, die seit dem 7. Oktober 2023 von Israel im Gazastreifen getötet wurden: »Sie begehen Völkermord, und dann bezeichnen sie andere als Terroristen.« Palästina bleibe eine »offene Wunde im Gewissen der internationalen Gemeinschaft, und Gaza bleibt ein Symbol für das weltweite Versagen, das Leiden von Zivilisten zu verhindern.« Wie zahlreiche andere Redner auf der Generalversammlung hob Peseschkian hervor: »Ein dauerhafter Frieden in Westasien ist ohne Gerechtigkeit für Palästina unmöglich.«
Auch verteidigte Peseschkian das Recht Teherans auf sein Atomprogramm. »Iran akzeptiert nicht, dass Nukleartechnologie ausschließlich einigen wenigen zur Verfügung steht. Wir sagen klar und deutlich: keine Atomwaffen, aber auch keine Einschränkungen bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie!« An die USA gewandt, betonte er: »Iran war noch nie ein Aggressor, hat noch nie einen Krieg begonnen und war stets der Diplomatie verpflichtet. Wir sind bereit für Dialog und Verhandlungen, aber wir akzeptieren die ›Sprache der Stärke‹ nicht.« Peseschkian schloss mit einem Plädoyer für »Gleichberechtigung, Gerechtigkeit, Menschenwürde und gegen Doppelmoral«: »Ein Frieden, der nicht alle einschließt, ist kein Frieden, und Fairness und Gerechtigkeit, die nicht für alle gelten, verdienen es nicht, als solche bezeichnet zu werden.«
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 3,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Berufung möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
