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Feierlich voran
Portugals »Festa do Avante« feierte ihr 50jähriges Jubiläum und stellte internationale Solidarität in den Mittelpunkt
Hunderttausende strömten zur portugiesischen »Festa do Avante« in der Lissabon an der Mündung des Tejo gegenüberliegenden Stadt Amora. Pünktlich zum Einlass um 18 Uhr am vergangenen Wochenende waren die Eingänge zur »Quinta da Atalaia«, wie das der Portugiesischen Kommunistischen Partei (PCP) gehörende Festivalgelände benannt ist, gut gefüllt. Abgesehen vom politischen Inhalt und Austausch dürfte für viele das musikalische Highlight des lang ersehnten Festes das Orchester gewesen sein. Auch an den regionalen Parteiständen der PCP wurden die Besucher mit regionalen kulinarischen Spezialitäten, Getränken und Kultur bedient.
Wie seit jeher stand auch dieses Jahr der Internationalismus bei der Festa hoch im Kurs. Über 100 Delegationen von kommunistischen Parteien aus der ganzen Welt waren im internationalen Bereich mit Ständen vertreten, boten ihre heimischen Speisen und Getränke an und kamen zum Austausch über politische Problemlagen in ihren jeweiligen Ländern. Für Deutschland war auch eine Delegation der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) anwesend, die auf die zunehmende Militarisierung in Deutschland und Europa aufmerksam machte. Weithin sichtbar wurde auf die anhaltende Energieblockade und die wirtschaftlichen Angriffe des US-Imperialismus auf Kuba sowie die Solidarität mit Palästina und der Unabhängigkeitsbewegung in der Westsahara Bezug genommen. Für alle drei gab es Manifestationen, um die Solidarität der Festa und ihrer Besuchenden eindrucksvoll und deutlich zu präsentieren.
Schwerpunkt im internationalen Bereich waren auch Themen aus den afrikanischen Ländern, welche im Zuge der Nelkenrevolution 1974 von Portugal ihre Unabhängigkeit erkämpfen konnten. Die Frage, wie die damals erlangte Souveränität heute im Zuge veränderter globaler Kräfteverhältnisse und neokolonialistischer Tendenzen auf dem Kontinent verteidigt werden kann, wurde von Vertretern mehrerer historischer Befreiungsbewegungen aufgenommen.
Bei der zentralen Abschlussveranstaltung am Sonntag abend griff PCP-Generalsekretär Paulo Raimundo diese internationale Solidarität in seiner Rede auf. Es brauche ein Ende der imperialistischen Blockade gegen Kuba, die auf der Karibikinsel zu einer humanitären Katastrophe führe. Damit schloss sich Raimundo dem bereits zuvor zugeschalteten kubanischen Staatspräsidenten Miguel Díaz-Canel an. Er forderte darüber hinaus die Freilassung des im Januar von den USA entführten venezolanischen Staatspräsidenten Nicolás Maduro. Das Vorgehen des US-Imperialismus sei erpresserisch. In diesem Zug sparte er nicht mit Kritik an der gegenwärtigen Regierung Portugals, welche dem US-Militär freie Verfügung über den Luftwaffenstützpunkt Lajes auf den Azoren gibt. Quittiert wurde das unter anderem mit einem tosenden: »Cuba vencerá!«
Auch mit Blick auf sein eigenes Land wurde Raimundo äußerst deutlich. Man erkenne die Notwendigkeit, die Errungenschaften der Revolution von 1974 zu verteidigen. Als solches zeigte er sich kämpferisch mit Blick auf den Kürzungsangriff auf den nationalen Gesundheitssektor. Das ginge wie in allen Fragen nur gemeinsam, appellierte er an das Publikum und forderte die Anwesenden auf, sich in PCP und Gewerkschaften zu organisieren. Schließlich waren es diese, die zusammen mit weiteren linken Kräften das Reformpaket im Arbeitsrecht durch Generalstreiks verhindern konnten.
Da es sich dieses Jahr um das fünfzigste Jubiläum der Festa handelte, gab die Parteizeitung der PCP, Avante!, einen Bildband heraus, in dem die Geschichte der Festa und der Zeitung dargestellt wird. Denn als eine der größten Veranstaltungen Portugals (und eines der größten linken Events weltweit) hat die Festa unzählige namhafte Künstler im Verlauf der vergangenen fünf Jahrzehnte auf die Bühnen gezogen. Auch zum Jubiläum stellten sowohl portugiesische als auch internationale Musiker ihr Talent zur Verfügung. Am Sonnabend abend spielte etwa der nigrische Gitarrist und Sänger Bombino mit seiner kraftvollen Verbindung aus Rockmusik und der musikalischen Tradition der Tuareg. Den Abschluss gestaltete zunächst die portugiesische Sängerin Carolina Deslandes, ehe die Festa mit dem traditionellen Singen der »Internationale« sowie der Melodie der PCP-Hymne, »Carvalhesa«, unter dem Jubel der versammelten Massen und einem durch Feuerwerk erhellten Himmel endete.
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