-
5 Leserbriefe
- → Titel
Russland zitiert Goethe: Арш леккен
Keine »spiegelbildliche« Reaktion: Moskau reagiert auf Maßnahmen Berlins mit Schließung der Filialen des Goethe-Instituts. Generalkonsulat in St. Petersburg vorerst weiter geöffnet
Moskau reagiert auf die am Dienstag verkündeten deutschen Maßnahmen gegen Russland vorerst asymmetrisch. Als Antwort auf die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn und des Russischen Hauses in Berlin durch die deutschen Behörden werden zwar laut dem russischen Außenminister Sergej Lawrow die Zweigstellen des Goethe-Instituts in Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg geschlossen, aber nicht das deutsche Generalkonsulat in St. Petersburg. Lawrow sprach am Donnerstag im Rahmen des Östlichen Wirtschaftsforums (EEF) in Wladiwostok. Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, sagte dort dem russischen Fernsehen, Moskau selbst werde nicht der Initiator einer Herabstufung der diplomatischen Beziehungen sein. Präsident Putin sagte auf dem EEF, er sehe aktuell eine Chance für ein Friedensabkommen im Ukraine-Krieg.
Am selben Tag kündigte der Spiegel an, Berlin versuche, »im Alleingang den Druck auf Moskau zu erhöhen« und wolle die Ukraine militärisch stärker unterstützen. Nach Angaben der Zeitschrift sollen Tausende Angriffsdrohnen geliefert werden, Flugabwehrraketen vom Typ Iris-T noch im September. Allerdings seien »Patriot«-Luftabwehrraketen auch bei der Bundeswehr knapp. Insgesamt erhalte Kiew in diesem Jahr 11,5 Milliarden Euro Hilfe. Zudem, verlaute »aus Regierungskreisen«, solle die »Zusammenarbeit der Nachrichtendienste zwischen Kiew und Berlin intensiviert« werden.
Das könne »gravierende Folgen haben«, denn »nach Informationen des Spiegels erwägt die Regierung, der Ukraine künftig dabei zu helfen, Zielkoordinaten für Gegenangriffe zu sammeln«. Im Herbst soll zudem der Bundestag ein Gesetz beschließen, das den deutschen Geheimdiensten »aktive Maßnahmen« erlaubt. Lawrow, der sich in Wladiwostok umfassend zum Stand der internationalen Beziehungen äußerte, erklärte zur Politik der Bundesregierung, er sei »schlicht fassungslos« gewesen, als »Reichskanzler Merz« erklärt habe, er wolle Deutschland erneut zur führenden Militärmacht in Europa machen: »Denn wenn dieser Mensch nicht versteht, was das Wort ›erneut‹ in diesem Zusammenhang bedeutet, dann ist das natürlich sehr traurig und äußerst gefährlich für Europa, das sich einmal mehr zur Quelle dieser Überlegenheitsideen – nationaler, rassischer Überlegenheit – entwickelt.« Deutschland habe am Flughafen Leipzig eine abgestürzte Drohne gefunden und sei zu dem Schluss gekommen – »man kann dies zwar nicht bestätigen, aber es ist eine sichere Schlussfolgerung« –, dass die Drohne den von der Russischen Föderation verwendeten Drohnen ähnele. Aufgrund dieser Vermutung »beschloss man, das letzte verbliebene Generalkonsulat in Bonn und unser Russisches Haus in Berlin zu schließen.«
Die EU will als Reaktion auf die neuen »Erkenntnisse« aus Deutschland weitere Sanktionen gegen Russland verhängen. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte bei Beratungen der Außenminister in Irland, es liefen Vorbereitungen, um 1.600 weitere Personen und Unternehmen mit Verbindungen zum militärisch-industriellen Komplex Russlands mit Strafmaßnahmen zu belegen.
Das erste Goethe-Institut in Russland ist 1992 in Moskau eröffnet worden. TASS zitierte am Donnerstag einen Sprecher des Zentrums für deutsche Sprache in der Industriemetropole Jekaterinburg, einem Partner des Goethe-Instituts, mit den Worten: »Die aktuell geplanten Prüfungen finden statt. Es gibt noch keine Informationen über Absagen. Der Prüfungsplan für das kommende Jahr steht fest; er wurde Anfang 2026 erstellt, und wir halten uns derzeit daran.«
* Арш леккен – Arsch lecken
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 3,0
-
Roland Winkler aus Aue 7. Sept. 2026 um 11:35 UhrAm 19. März 1993 erklärte der damalige deutsche Außenminister Kinkel „nach Außen gilt es etwas zu vollbringen, woran wir zweimal zuvor gescheitert sind“. Konnte je ein Zweifel bestehen, was er gemeint hat; 1993 als Russland einseitig den Weg gen Osten freigemacht hatte und Frieden anbot?
Kennen wir nicht zahllose weitere sehnsuchtsvolle Worte deutscher Politiker, die nach Osten und nach Revanche riefen? Wer hat erst kürzlich Russland zum Hauptfeind erklärt? Der aktuelle Kanzler ist nicht misszuverstehen, wenn er Deutschland „erneut“ zur führenden Militärmacht in Europa machen will. Russen und ihr Außenminister Lawrow überhören solche deutlichen Worte im Jahre 2026 ganz sicher nicht mehr. Auch wenn Deutschland alle Geschichte löschen will, Krieg, Mord und Vernichtung gen Osten aus den deutschen Köpfen verbannen will, aus dem russischen Bewusstsein wird es nicht zu tilgen sein. Es sollte jeden und jede Deutsche heute mit Schrecken erfüllen, in ihrem angeblich demokratischen, freiheitlichen, rechtsstaatlichen Deutschland Worte und Aussagen dieser Aggressivität zu hören. Es ist ebenso erneut der deutsche Kriegs- und Siegeswahn, der dieses Volk von Tag zu Tag mehr bedroht. Der Mahnungen hat es über alle Jahre nach 1945 nicht wenige gegeben. Wie einprägsam klingen die Worte von Brecht: „Diese Abgestumpftheit ist es, die wir zu bekämpfen haben, ihr äußerster Grad ist der Tod. Allzu viele kommen uns schon heute vor wie Tote, wie Leute, die schon hinter sich haben, was sie vor sich haben, so wenig tun sie dagegen.“ Käthe Reichel in ihren Windbriefen an b.b schreibt 2006: „Deutschland steht, bleich und stumm geworden, jetzt zum zweiten Mal vor seinem 1933. Um das zu sehen, muss man nicht Kasandra heißen. Augen und Ohren hat doch jeder und Witterung sogar das kleinste Tier.“
„Krieg setzt missbrauchte Gefühle voraus, um den ökonomischen Zwang dahinter zu verbergen.
Mit psychologischen Mitteln und Massenmanipulation wurde und wird in Krieg getrieben, um den eigentlichen Hintergrund, die Interessen an Krieg zu vernebeln“, sagt der Journalist G. Krom-schöder am 6.Aug. 2010 auf dem Bremer Markt bei einer Kundgebung.
Wieviel Zeit hat das deutsche Volk heute noch zu warten und worauf, stellt sich die Frage.
Heute ist nicht 1914 oder 1933, heute ist nicht 1945, als so viele von nichts gewusst haben wollten. Heute ,2026, glauben einen Krieg gegen Russland zu gewinnen, nach allen Kriegen der letzten Jahre, die nicht Russland führte?
Millionen Deutsche können NEIN sagen, könnten tatsächlich mal Demokratie wagen und Nein zum Krieg gegen Russland sagen, NEIN zu Feindbildern, Nein zu den Kriegsprofiteuren von einst bis heute. -
B.S. aus Ammerland 4. Sept. 2026 um 01:20 UhrGeld und Waffen schickt unser Ukraine- und Blackrock-Kanzler en masse. Während Zehntausende aus der Autoindustrie in die Arme der AfD getrieben werden. Und um Kultur hat sich der »Kanzlerdarsteller« bisher nicht gekümmert. Ob er jemals ein Buch gelesen hat, ist nicht bekannt. Halt, doch die Börsennachrichten! Geld schneiden ist sehr wichtig. Dass der endgültige Bruch mit Russland vollzogen werden soll, ist seit Willy Brandts Ostpolitik, beschlossene Sache der Konservativen und Rechten in der BRD. Die unselige Aufführung »Putin klingelt um halb Acht« besser die Schmierenkomödie »Der Russe besucht den Kölner Dom« zeigt langsam Wirkung. Nachdenken ist mal wieder kein deutsches Hobby, eher etwas für die altbekannte Verdrängung! Das Russland einen Gegenschlag vollzieht und die Goethe-Institute – gerne mal als Unterschlupf für den BND genutzt – schließt, ist sehr schade. Kutureller Austausch trägt zum Verständnis zwischen Menschen bei. In der BRD wird aber lieber ein Feindbild aufgebaut und sich zum nützlichen Idioten der Angloamerikaner gemacht. Der »korrupte Faschist Selenskij« wird weiter hofiert und die Faschisierung Europas beschleunigt. Aber wer sich dagegen zu Wort meldet, wird als »Lumpenpazifist« beschimpft! Eine Erfindung des Ober-Loboisten vom »Spiegel«! Es bleibt abzuwarten, ob nach der Landtagswahl der Kanzler weiter Merz heißt oder die »CDU-Jungtürken« ihn vom Hof jagen.
-
Frank Lukaszewski aus Oberhausen 3. Sept. 2026 um 21:50 UhrSchließung des Russischen Hauses: Darf man juristisch jetzt eigentlich von Drecksäcken schreiben? Wahrscheinlich nicht. Also wird diese Kurzintervention vermutlich entfallen. Wiglaf Droste hätte es gedurft. Er fehlt.
Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Berufung möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!

Hass zu säen und die Begegnung von Menschen beider Nationen zu verhindern, kann ich nur als Kriegsvorbereitung werten. Es widerspricht dem Grundgesetzt § 26 und internationalen Verträgen.
Der Zwei-plus-Vier-Vertrag ist ein "Vertrag über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken". Dieser Vertrag, in Kraft getreten am 5. Juli 1991, ist bis heute gültig, wobei Russland in der Rechtsnachfolge der Sowjetunion steht.
Die Nutzung des Grundstücks des Russischen Hauses an der Friedrichstraße ist in einem Abkommen aus dem Jahr 2013 geregelt und hat eine Laufzeit von 99 Jahren. Die vertragliche Kündigungsfrist wird negiert.