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Imagepflege vor Ladenschluss
Klagen gegen Schließung des Zalando-Werks bei Erfurt
Bis Ende September will der Onlinehändler Zalando sein Logistikzentrum in Erfurt-Vieselbach schließen. »Wir haben die Warenanlieferungen nach Erfurt gestoppt und die Partner und Lieferanten informiert, wohin die Ware jetzt geliefert werden soll«, bestätigte Konzernsprecher Christian Schmidt auf Anfrage der Thüringer Allgemeinen (TA) am Montag. Demnach würden alle dereinst 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Standorts nach und nach freigestellt. »Lediglich eine Handvoll Leute wird sich dann um den Rückbau der Systeme und Anlagen in der Halle kümmern«, die im Sommer 2027 abgeschlossen sein soll, so Schmidt.
Dagegen haben laut MDR inzwischen 109 Beschäftigte, die nicht gekündigt werden wollen, geklagt. Zalando aber wolle über den Sozialplan hinaus keine weiteren finanziellen Zugeständnisse machen und lehne etwa eine Transfergesellschaft ab. Erste Gütetermine vor dem Arbeitsgericht der Landeshauptstadt Thüringens seien dementsprechend ohne Einigung beendet worden. Viele Kollegen und Kolleginnen hätten sich krankgemeldet, berichtete Betriebsrätin Jana Clausen und bezeichnete die Stimmung als »moralisch schwierig«. Weitere Güterverhandlungen sind dpa zufolge angesetzt – und werden voraussichtlich enden wie die vorigen.
Die Arbeitsagentur Thüringen-Mitte rechnet weiterhin mit einem spürbaren Anstieg der Arbeitslosenzahl. Ein elfköpfiges Team analysiere in »jedem Einzelfall einen konkreten Qualifizierungsbedarf«, schilderte Chefin Irina Michel der TA. Zalando hatte haufenweise Migranten eingestellt. Die »Eingreiftruppe« habe sich immerhin bewiesen und solle bestehen bleiben, etwa um regional die Krise der Automobilindustrie abzumildern.
TA berichtete ferner von Zalandos Versuch, kurz vor Ladenschluss noch sein Image zu pflegen: Bei einer Jobbörse sollten Beschäftigte an andere Logistikunternehmen vermittelt werden. Parallel dazu entsteht ein neuer Standort in Gießen. Das Portal Onlinehändler News kommentierte: »Standortschließungen und Kündigungswellen hinterlassen Kratzer am Image. Das ist besonders riskant in einer Zeit, in der verlässliches Personal für das Fulfillment Mangelware ist.« Der Erfurter Belegschaft ist jedenfalls geschadet.
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