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Gegenddarstellung: jW-Jubilare

Von Michael Sommer
Foto: jW Archiv
Für Millionen Schüler der DDR fing am 1. September 1976 das Unterrichtsjahr an, für Helga und Regina die Tätigkeit bei der Jungen Welt

Liebe Helga Schönwald, liebe Regina Sommer, an dieser Stelle gratulieren wir Kolleginnen und Kollegen zu runden Geburtstagen oder vermerken langjährige Betriebszugehörigkeit. Das können zehn, 20 oder auch mal 30 Jahre sein. Aber Ihr sprengt den Rahmen: 50 Jahre Junge/junge Welt, wie hält frau das aus? Und selbst wir, die wir im Rechnen nicht allzu gut sind, kriegen heraus, dass es der 1. September 1976 gewesen sein muss, als ihr bei JW angefangen habt. Obwohl die erste Begegnung mit dem Zentralorgan der Freien Deutschen Jugend sicherlich schon vorher stattfand. Denn welcher Jugendliche in der DDR kam an der zeitweise auflagenstärksten Tageszeitung vorbei? Zumal das Blatt oft Lektüre im Schulunterricht war. Bei Dir, Regina, war es ein Schülerpraktikum, das Dich zur JW geführt hat.

Wenn wir die rund 50 Jahre (inklusive Studium) mal grob mit 300 Erscheinungstagen pro Jahr multiplizieren, kommen wir auf etwa 15.000 Ausgaben, an denen Ihr mitgearbeitet habt – das lässt allerdings außer acht, dass diese Zeitung jahrelang eine A- und eine B-Ausgabe hatte. Dazu kamen Sonderdrucke zu Jugendfestspielen oder Matheolympiaden. Gar nicht zu reden von den vielen Marketingtexten, die durch eurer Augen Hände gegangen sind.

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Aber es soll hier nicht nur von den Jahrzehnten in der Schlussredaktion die Rede sein. Da ist die lange Zeit in der Abteilung Leserpost – im Archiv findet sich zum Beispiel die beispielhafte Serie »Ich bin vierzehn«. Regina schrieb unter anderem Texte zu »Recht und Gesetz«, von Dir, Helga, stammen zahlreiche Artikel zu Gesundheitsthemen, und mit Deinen Ratgebertexten hast Du lange Zeit den Menschen durch das Dickicht aus Versicherungen, Vorsorge und Verordnungen geholfen.

»Anmut sparet nicht noch Mühe / Leidenschaft nicht noch Verstand«, heißt es bei Bertolt Brecht. Liebe Helga, liebe Regina, diese Zeitung hat Euch unendlich viel zu verdanken und zeigt es viel zu selten. Danke und herzlichen Glückwunsch!

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Erschienen in der Ausgabe vom 01.09.2026, Seite 3, Ansichten

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→ Leserbriefe
  • Wolfgang Schlenzig aus Berlin-Mariendorf 2. Sept. 2026 um 16:29 Uhr
    Herzlichen Glückwunsch zum 50. Jubiläum. Kein Schritt zurück. Egal was die Regierigen euch antun wollen. Ich als Abonnent gucke in ganz Deutschland in die Läden und Kioske. Und was sehe ich? Öfter als gedacht steht auch die »Junge« Welt im Regal.
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Berufung möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.

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