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Gelbe Leichensäcke
Türkei: Haftbefehle nach rassistischer Provokation bei Süper-Lig-Spiel gegen kurdischen Verein
Nach einem Fußballspiel in der türkischen Süper Lig zwischen den Vereinen Kocaelispor und Amedspor im westtürkischen Kocaeli hat die Staatsanwaltschaft die Festnahme von fünf türkisch-nationalistischen Fans angeordnet. Ihnen werden »Anstiftung der Bevölkerung zu Hass und Feindseligkeit« und »Sprechchöre mit bedrohendem oder beleidigendem Inhalt« vorgeworfen. Einige Personen hatten am Montag auf der Tribüne des Gastgebers Kocaelispor gelbe Plastiktüten geschwenkt, um die Fans der gegnerischen Mannschaft zu provozieren, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu die Staatsanwaltschaft.
Die Tüten gelten als eine Anspielung auf zahlreiche Tötungen von Anhängern der kurdischen Befreiungsbewegung während des »schmutzigen Krieges« im kurdischen Osten der Türkei in den 90er Jahren durch die Armee oder Todesschwadronen, deren Leichname oft in gelben Leichensäcken an die Hinterbliebenen übergeben wurden.
Bereits in der Vergangenheit hatte es ähnliche symbolische Provokationen, aber auch physische Angriffe gegen Fans und Spieler des kurdischen Vereins gegeben, die Sperrungen für Fans zur Folge hatten. »Amed« ist der kurdische Name der Stadt Diyarbakır im Südosten der Türkei, deren Fußballverein im Mai dieses Jahres als erster kurdischer Verein in die Süper Lig aufgestiegen war. Die Anwaltskammer von Diyarbakır stellte ebenfalls Strafanzeige.
Der Vorsitzende von Amedspor, Nahit Eren, schrieb auf der Plattform X, die Atmosphäre im Stadion, die verwendete Sprache und die Symbole seien »besorgniserregend« gewesen. Er sei überzeugt, dass Sportstätten Orte sein sollten, an denen Respekt und Fair Play vorherrschen. Von den Justizbehörden erwarte er eine Untersuchung der Vorfälle.
»Wir werden unter allen Umständen weiterhin die verbindende Kraft des Sports, den sozialen Frieden und den gegenseitigen Respekt verteidigen«, schrieb Eren. Der Rivale Kocaelispor, der das Spiel 2:0 im heimischen Stadion gewann, äußerte sich bisher nicht zu dem Vorfall. (dpa/jW)
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