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Halbjahresbilanz

Seehäfen mit gemächlichem Wachstum

Trotz punktueller Einbrüche legen die Umschlagszahlen an deutschen Ports zu

Foto: Siegfried Kuttig/imagebroker/imago
Rauf und runter: Die Halbjahresbilanzen der Häfen nehmen sich durchwachsen aus, aber der Trend geht bergauf

Passend zur laufenden Lohntarifrunde haben die Häfen von Bremen, Hamburg und Niedersachsen jüngst ihre Ergebnisse fürs erste Halbjahr 2026 vorgestellt: Trotz punktueller Einbrüche weisen etliche Umschlagsstatistiken nach oben.

Deutschlands größter Seehafen Hamburg hat zu Jahresbeginn allerdings geschwächelt, angeblich wetterbedingt und wegen »Modernisierungsausfällen«: 56,1 Millionen Tonnen Gesamtumschlag, ein Minus von 3,1 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025. Der Containerumschlag sank nach Angaben des Hafen Hamburg Marketing e. V. um 3,7 Prozent auf vier Millionen TEU (Twenty-foot Equivalent Unit, Standardmaß für 20-Fuß-Container). Stärkster Handelspartner bleibt China mit mehr als 1,1 Millionen TEU, trotz eines Minus von 3,4 Prozent. Alle übrigen Partner rangieren unter der 300.000-TEU-Marke.

Das Minus von 3,7 Prozent wirft Fragen auf. Denn die beiden Hafenbetreiberkonzerne HHLA und Eurogate entwickeln sich unterschiedlich, wie zuletzt bei der Gewinnprognosenkorrektur nach unten im Juli bei HHLA deutlich wurde. Während es von Eurogate noch keine Halbjahreszahlen gibt, bilanziert die HHLA für ihre drei Elbterminals 2,79 Millionen TEU, ein Minus von 7,3 Prozent. Das ergäbe für Eurogate rechnerisch rund 1,21 Millionen TEU, folglich ein geringfügiges Plus im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 mit damals 1,13 Millionen TEU.

Anders als an der teuer und aufwändig für die Großschiffahrt zugerichteten Elbe brummt indes das Geschäft an der Bremerhavener Stromkaje trotz bis heute nicht künstlich vertiefter Außenweser: Stolz meldet die Hafenbehörde Bremenports, die bremischen Häfen hätten im ersten Halbjahr 2026 »ihren Wachstumskurs des vergangenen Jahres fortgesetzt«. Der Gesamtumschlag legte um 5,9 Prozent auf 34,5 Millionen Tonnen zu, im Containerumschlag wurde mit rund 2,6 Millionen TEU ein Plus von 5,7 Prozent erreicht und selbst der im Vorjahr schwächelnde Fahrzeugumschlag verbuchte mit rund 614.000 Fahrzeugen ein Plus von 2,4 Prozent. Auf Bremerhaven entfielen davon im Gesamtumschlag rund 29,2 Millionen Tonnen (plus 5,3 Prozent) – obwohl an dortigen Kajen seit Längerem überfällige Modernisierungen ausstehen. Die Häfen in der Stadt Bremen erzielten rund 5,3 Millionen Tonnen Umschlag (plus 9,3 Prozent).

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Der Verbund Seaports of Niedersachsen präsentiert für seine neun Häfen ein differenziertes Halbjahresergebnis. Zwar verweist auch er auf Probleme durch Zölle, Energiekosten oder die »geopolitische Lage«, bilanziert aber einen Gesamtumschlag aller Häfen von 31,1 Millionen Tonnen, ein Plus von sieben Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025.

In vier der neun Häfen lief es nicht ganz so gut: Emden im Westen, Brake und Nordenham an der Unterweser sowie Cuxhaven an der Elbmündung verzeichnen im Vergleichszeitraum unterschiedlich hohe Rückgänge. Meist sorgten der Umschlag von festen Massengütern wie Getreide, Futtermittel oder Kohle sowie Eisen, Stahl oder Holz für Einbußen, während vor allem Anstiege bei Komponenten für Windkraftanlagen oder durch Nordenhams Seekabelwerk die Verluste dämpfen konnten.

Die eher binnenländisch liegenden Häfen Papenburg und Leer konnten zwar Zuwächse verzeichnen, spielen aber aufgrund ihrer Größe – Papenburg mit rund 125.000 und Leer mit 107.000 Tonnen – eher untergeordnete Rollen; Oldenburg bleibt wegen des noch laufenden Brückenneubaus für Seeschiffe weiter unerreichbar. Kräftig zulegen konnte indes der Elbhafen Stade, der mit einem Plus von 24 Prozent ein Halbjahresergebnis von rund 3,2 Millionen Tonnen erzielte: Chemie- und Aluminiumindustrie sowie die Baustelle fürs LNG-Terminal sorgten für Aufwind.

Niedersachsens mit Abstand größter Hafen Wilhelmshaven verbucht mit 20,6 Millionen Tonnen knapp zwei Drittel des landesweiten Gesamtumschlags für sich: weniger Mineralöl, mehr Kohle, Baustoffe und Fahrzeuge, aber vor allem Container. Der lange dümpelnde Tiefwasserhafen Jade-Weser-Port kommt unter der neuen Betreibercombo aus Eurogate und Hapag-Lloyd langsam in Schwung und bilanziert 898.000 TEU im ersten Halbjahr – plus 36 Prozent –, wenngleich noch immer unterhalb des Jahresziels von 2,7 Millionen TEU.

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Erschienen in der Ausgabe vom 26.08.2026, Seite 5, Inland

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