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Konsistenz und Klasse
Das Tischtennisturnier WTT Feeder Berlin
Am Ende hat sie es noch geschafft. Nina Mittelham (Foto), an eins gesetzt, hat ihren »Heim-Feeder«, das erstmals ausgetragene WTT Feeder Berlin, in den heimischen Hallen des TTC Eastside an der Ostberliner Paul-Heyse-Straße gewonnen. Im Halbfinale musste sie ein 0:2 nach Sätzen aufholen und sechs Matchbälle im Entscheidungssatz abwehren, im Finale lief sie ebenfalls lange einem Rückstand hinterher: immerhin nur 0:2 nach Sätzen und 0:3. Danach legte die stets etwas trauerkloßig daherkommende Berlinerin den Schalter um und gewann gegen die Japanerin Kotomi Omoda noch mit 3:2; 11:5 im letzten Satz.
Mittelham, die schon in Schweden beim Europe Smash Anfang des Monats ansteigende Form zeigte, haderte zwar oft, zeigte in den entscheidenden Szenen aber doch Klasse und Konsistenz. Sie spielte so gesehen ein erstaunliches Turnier. Sicherlich hat auch das Publikum mitgeholfen.
Bei den Männern gab es ein Teenagerduell im Finale. Der 18jährige Koreaner Kwon Hyuk schlug den bis dahin sensationell auftrumpfenden Ryuusei Kawakami (16!) aus Japan mit 3:1. Es war ohnehin ein asiatisch geprägtes Turnier, lediglich das Mixed-Finale war ein rein polnisches Unterfangen, das Zuzanna Weilgos und Marek Badowski gewannen. Die Doppel gingen nach Japan, bei den Damen wie bei den Männern. Echte Prominenz fehlte; selbst bei den Deutschen. Josephine Neumann schaffte es ins Achtelfinale, genauso wie Tom Schweiger.
Das Niveau war trotzdem mehr als ansprechend. Die zu wenigen Zuschauer bekamen bei Zapfkaffee und Kuchen für insgesamt drei Euro schon am Sonntag morgen bei den Halbfinals viel Spannung geboten, fast alle Matches gingen in den Entscheidungssatz. Das Damen-Doppel-Endspiel zwischen den Japanerinnen Mende/Takeya und zwei Thailänderinnen bot erstklassige Ballwechsel und hohe Dramatik; auch Mittelhams Partien waren nicht nur des Heimvorteils wegen echte Hingucker. Technisch und spielerisch war das alles schon oberstes Niveau.
So machte das sympathisch daherkommende Turnier aber auch ein bisschen den Eindruck, hier eine große Chance zu vertun. Es gab große Nahbarkeit in der kleinen Halle, was umgekehrt heißt, dass mit ein wenig Werbung für diesen aufstrebenden Sport ganz etwas anderes möglich gewesen wäre. Mehr Zuspruch, mehr Aufmerksamkeit, mehr Glanz. Dazu braucht es, wie man sehen konnte, nicht einmal die ganz großen Namen. Der Sport selbst war schon erstklassig. Na, vielleicht im nächsten Jahr.
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