Berühmte Hurenhäuser in Texas
Zum Tod von ZZ-Top-Schlagzeuger Frank Beard
ZZ Top – ihr Markenzeichen waren ellenlange Bärte und Sonnenbrillen. Und sie schwangen ihre Hüften im Gleichklang oder ließen ihre Gitarren, verbunden mit ihren Gürteln, rotieren. ZZ Top – das war (und ist) auch eine kraftvolle, sumpfige Mischung aus Boogie-Woogie, Southern Rock und Blues. Spätestens in den 80er Jahren spielten sie in ausverkauften Arenen. Ihr Album »Eliminator« blieb 185 Wochen in den Billboard-200-Charts. Und sie hatten Hits wie »La Grange«, »Tush« oder »Tube Snake Boogie«. ZZ Top – ihre Texte waren voller Humor und Zweideutigkeiten. Der Song »La Grange« thematisierte zum Beispiel ein historisches Bordell in Texas, das 1978 auch als Sujet für ein Musical popkulturelle Relevanz erlangte, das dann mit Dolly Parton und Burt Reynolds verfilmt wurde.
Nachdem Bassist und Gründungsmitglied Dusty Hill bereits 2021 gestorben ist, ereilte dieses Schicksal nun auch Drummer Frank Beard, womit von den Gründungsmitgliedern des Trios nur noch Frontmann und Gitarrist Billy Gibbons lebt.
Beard ist am Montag auf seiner Ranch in Richmond, Texas, im Kreise seiner Familie im Alter von 77 Jahren verstorben. Gibbons dazu: »Die Welt hat einen der innovativsten Drummer verloren. Sein charakteristischer Backbeat war der Schlüssel, um ZZ on top zu halten.« Die Band, die gerade auf Tour war, hat nun mehrere Auftritte abgesagt.
Frank Lee Beard wurde am 11. Juni 1949 in Frankston, Texas, geboren und wuchs in Irving bei Dallas, Texas, auf. Die Beatles und der Blues brachten ihn zum Schlagzeugspielen. Mit 15 traf er auf Dusty Hill und trommelte bald in dessen Band The Warlocks, die sich in American Blues umbenannte. Er wurde Vater, heiratete und zog mit seiner Familie nach Houston. Als dort Gibbons mit seinen Moving Sidewalks einen kleinen Hit landete, suchte er diesen auf. Zusammen gingen sie ins Aufnahmestudio und jammten etwa acht Stunden lang, bis Gibbons »Zunge fast herausfiel«, so Beard später. Nun hatte er den Job. Auch Dusty Hill brachte er zur Band, die inzwischen ZZ Top hieß.
Jahrelang tourten sie und wurden peu à peu bekannter. Ihre ersten beiden Alben floppten noch, aber die folgenden drei pegelten sich bei Verkäufen von bis zu einer Million Platten ein. Und das, obwohl die Musikpresse sie nicht mochte. 1977 machten sie eine dreijährige Pause, da Beard erschöpft und drogensüchtig war und in eine Entzugsklinik musste. Als sie sich wieder trafen, hatten Gibbons und Hill lange Vollbärte, aber Beard, trotz seines Namens, nur einen Schnurrbart. Er war immer wieder für alberne Scherze gut. Anfang der 80er machten sie ihren Rock etwas melodiöser. Ihr Album »Eliminator« (1983) verkaufte sich dann vierzehn Millionen Mal, der Nachfolger »Afterburner« (1985) immerhin noch halb so oft. »Gimme All Your Lovin’«, »Legs« oder »Sharped Dressed Man« liefen in Heavy Rotation auf MTV. 2012 veröffentlichten sie ihr letztes Album »La Futura«. Frank Beard: »Ich habe die richtigen Bandpartner gefunden. Mit diesen beiden wollte ich nie aufhören und auch nie gefeuert werden.«
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