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Eine Brücke bauen
Mit dem »Grand Opening« in Nürnberg veranstaltet die Tischtennisbundesliga erstmals auch ein deutsch-chinesisches Wirtschaftsforum
Mit einem neuen sportlichen Format wird die Tischtennisbundesliga (TTBL) Ende August in ihre neue Spielzeit starten. Erstmals werden beim »Grand Opening« in Nürnberg die vier Teilnehmer fürs »Pokal Final 4« im Januar nächsten Jahres an zwei Tagen ermittelt. Am 29. August finden die Achtelfinals statt und am Tag darauf die Viertelfinals, so dass sich in der fränkischen Metropole anlässlich dieser erweiterten Pokalvorrunde erstmals sämtliche Bundesligateams komplett versammeln und ihre Kunst am kleinen weißen Ball zeigen werden.
Eine sportliche Neuheit im Pokalwettbewerb, die zugleich an ein weit über den »grünen Tisch« hinausreichendes Novum gekoppelt ist und den Rahmen für das erste deutsch-chinesische Wirtschaftsforum abgibt. Damit soll der Sport genutzt werden, um beide Länder einander näherzubringen und in ihrem Verhältnis für Synergien und neue Impulse zu sorgen. Das Pokalwochenende im Tischtennis, in dem China international nach wie vor als Topnation weltweit den Ton angibt, soll, so die Intentionen der TTBL, zur »vertrauensbildenden Plattform für den internationalen Dialog zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft« werden. Eine sehr »besondere Konstellation« sei dies gerade »in geopolitisch herausfordernden Zeiten«.
Entsprechend werden sich in Nürnberg nicht nur die Bundesligastars erstmals in der Saison 2026/2027 gegenüberstehen, sondern zugleich vor ungewöhnlicher Zuschauerkulisse auftreten. Schließlich ist das neue Wirtschafts-Forum eine gemeinsame Initiative des Generalkonsulats der Volksrepublik China in Frankfurt am Main, der Akademie Deutscher Weltmarktführer (ADWM) als Vereinigung führender mittelständischer Unternehmen und der TTBL. Entsprechend werden Vertreter sämtlicher Partner als Zuschauer vor Ort sein – und abseits der Matches die Gelegenheit nutzen, um Weichen für die Zukunft zu stellen.
»Sport verbindet Menschen über kulturelle, politische und wirtschaftliche Grenzen hinweg. Tischtennis besitzt in China eine besondere gesellschaftliche Bedeutung und kann ein starkes Fundament für gegenseitiges Vertrauen und langfristige Zusammenarbeit schaffen«, so der chinesische Generalkonsul Huang Yiyang. Ziel der Initiative sei letztendlich der Aufbau einer »langfristig tragfähigen Brücke zwischen deutschen Unternehmen, chinesischen Wirtschaftspartnern, politischen Entscheidungsträgern« sowie dem Spitzensport als »emotionalem Vertrauensanker«.
Gerade hier wird der frühere Weltklassespieler Timo Boll in seiner neuen Rolle als offizieller Tischtennisbotschafter einen wertvollen Beitrag leisten können, der in China als TT-Superstar und vor allem auch wegen seines stets vorbildlich fairen Auftretens im »Tischtennisland Nummer 1« als absoluter Publikumsliebling gilt. »Der Sport und hier insbesondere der Tischtennissport ist immer wieder Türöffner für bedeutende Wirtschaftskooperationen«, weiß der 45jährige Hesse, der seine großartige Profikarriere im Juni 2025 beendete, nach unzähligen Auftritten in China. Nach dem offiziellen Start beim »Grand Opening« Ende August in Nürnberg soll das Pilotprojekt zu einem dauerhaften deutsch-chinesischen Wirtschaftsforum entwickelt werden, wie die Partner einander versichern. Einschließlich gegenseitiger Besuche, strategischer Netzwerke und regelmäßig stattfindender Veranstaltungen in beiden Ländern. Ergo soll dieses Format dem Austausch und der gegenseitigen Annäherung der beiden Staaten dienen und Rufen nach Abschottung oder gar Feindbildern etwas Substantielles entgegensetzen. »Wir wollen diese besondere Plattform«, so TTBL-Geschäftsführer Nico Stehle über den strategischen Sinn, »gezielt für den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dialog nutzen.«
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