-
10.08.2026, 18:59:23
- → Inland
ICE-Übung endet in Thüringen im Desaster
Erfurt. Bei einem Großeinsatz im Sandbergtunnel in Thüringen wurde am Wochenende die Rettung von Passagieren aus einem brennenden ICE geübt – doch dabei kam es zu erheblichen Verzögerungen. »Die Übung hat Schwachstellen in der Melde- und Alarmierungskette offengelegt, die wir sehr ernst nehmen«, sagte Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) am Montag. »So etwas wie am Samstag darf es nicht noch einmal geben.« Dafür müssten alle Beteiligten zusammenarbeiten.
Die Landrätin des Ilm-Kreises, Petra Enders, kritisierte den Einsatz von Faxgeräten. Sie sprach von Alarmierungswegen innerhalb der Thüringer Leitstellen via Fax. Das halte sich für »nicht mehr zeitgemäß«, erklärte die Kommunalpolitikerin.
Wie das Innenministerium mitteilte, gab es nach vorläufigem Stand Verzögerungen bei der Übermittlung des Übungsnotrufs sowie bei der Alarmierung der Feuerwehr. Zudem habe es einen technischen Defekt sowie reale Einsätze, darunter zwei schwere Verkehrsunfälle auf der Autobahn, gegeben. Einzelne Einheiten hätten zudem aufgrund einer zuvor veränderten Einsatzplanung längere Anfahrtswege gehabt. Die genauen Abläufe würden weiter ausgewertet, hieß es.
Am Sonnabend hatte es bei der Übung mit mehr als 250 Einsatzkräften Probleme gegeben. Mehrere Medien berichteten. Simuliert wurde der Brand eines ICE, bei dem eingesetzten Komparsen als Passagiere gerettet werden sollten. Im Mittelpunkt stand den Angaben nach die Zusammenarbeit von Feuerwehr, Rettungsdienst und weiteren beteiligten Organisationen. Nach Angaben der Zeitung Freies Wort dauerte es mehr als zwei Stunden, bis die ersten Rettungstrupps nach der Feuermeldung eintrafen. (dpa/jW)
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
