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Venezuela

Caracas beendet antizionistische Ära

Foto: Anadolu Agency/IMAGO
Die israelische Präsenz in Venezuela blieb nicht unwidersprochen: Demonstration durch Caracas am 24. Juli

Es ist ein weiterer Sieg für Washington nach der Verschleppung des venezolanischen Präsidentenpaares und eine fundamentale Niederlage für die bolivarische Revolution. Vor 17 Jahren hatte Venezuela unter der Führung von Hugo Chávez die diplomatischen Beziehungen zu Israel beendet – nun teilten beide Seiten am Dienstag mit, dass die konsularischen Dienste wieder aufgenommen würden. Wie das Außenministerium in Caracas mitteilte, solle zudem die bilaterale »technische Zusammenarbeit« fortgesetzt werden. Dies sei ein Schritt hin zur Normalisierung der seit 2009 unterbrochenen Beziehungen.

Einfallstor für diese Entwicklung war das verheerende Erdbeben, das Venezuela im Juni erschütterte und eine israelische »Hilfs«-Delegation in das südamerikanische Land brachte. Es sei vereinbart worden, »die bilaterale technische Zusammenarbeit fortzusetzen, die aus den Notfall- und Wiederaufbaumaßnahmen nach dem Doppelerdbeben hervorgegangen ist«, erklärte Venezuelas Außenminister Félix Plasencia im Onlinedienst X.

Präsident Nicolás Maduro, der mit seiner Ehefrau Cilia Flores im Januar verschleppt worden war und in New York in Haft sitzt, hatte im Gegensatz zu seiner Interimsnachfolgerin Delcy Rodríguez die Kooperation mit Iran und der Palästinensischen Nationalbehörde gesucht. Washington will dem gewählten Staatschef wegen »Drogenterrorismus« den Prozess machen. Rodríguez wird derweil von der US-Regierung hofiert und unterstützt, was unter anderem in einer (erzwungenen) Öffnung des venezolanischen Ölmarkts mündete.

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»Beide Regierungen erkennen die Bedeutung der Beziehungen zwischen dem Staat Israel und der jüdischen Gemeinde in Venezuela an, die eine wichtige historische Brücke der Freundschaft zwischen den beiden Ländern darstellen«, hieß es nun in einer Stellungnahme der venezolanischen Regierung, die auch vom israelischen Außenministerium veröffentlicht wurde. Nach Angaben des World Jewish Congress leben in Venezuela rund 6.000 Menschen jüdischen Glaubens.

Chavéz, Anführer der bolivarischen Revolution, hatte Israel schon 2009 Völkermord an den Palästinensern vorgeworfen. Mit Blick auf den dreimonatigen Krieg Israels 2008/2009 gegen Gaza hatte er erklärt: »Es ist nicht so, dass die Israelis die Palästinenser ausrotten wollen. Sie tun es ganz offen. Erinnern Sie sich an den letzten israelischen Angriff auf den Gazastreifen. Was ist das denn, wenn nicht Völkermord?«

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Erschienen in der Ausgabe vom 13.08.2026, Seite 6, Ausland

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  • Onlineabonnent*in Gabriel T. aus B. 12. Aug. 2026 um 20:49 Uhr
    Fast unbemerkt, wenn auch, oder gerade weil, Trump es herausposaunte, hat eine Konterrevolution gesiegt. Von einer Gegenwehr wenig zu sehen, was vielleicht unser Bild etwas geraderücken könnte. Nur weil es diese Insel, dieses gallische Dorf, in der Nähe gibt, bedeutet das noch lange keinen Sieg. Und auch dieses gallische Dorf läuft immer Gefahr, in unseren romantischen Vorstellungen zu versinken.
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