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Angst vor ukrainischen »Patriot«-Kopien
US-Konzerne fürchten günstigeren Nachbau und Konkurrenz
Vielleicht gibt es nun nicht einmal die Baulizenz der »Patriot«-Raketen für die Ukraine. Die beiden US-Rüstungskonzerne Raytheon und Lockheed sind nach einem Bericht des Portals The Atlantic nicht daran interessiert, Kiew Lizenzen für die Produktion zu gewähren. Wie es am Sonntag unter Berufung auf einen der Republikanischen Partei angehörenden Pentagon-Beamten berichtete, fürchten die Unternehmen, dass die Ukraine ihr »geistiges Eigentum« an dem Zerstörungsmaterial stehlen könnte. Außerdem besteht die Sorge, das Land könnte die Raketen billiger und schneller bauen und dann an Dritte verkaufen. Bedenken in ähnlicher Richtung hatte unlängst auch US-Präsident Donald Trump geäußert.
Damit ist die Chance gering, dass Kiew in absehbarer Zeit die von der dortigen Führung dringlich geforderten Geschosse für die »Patriot«-Batterien bekommt. Am Wochenende hatte Finnlands Verteidigungsminister Antti Häkkänen eine weitere Abgabe von Raketen unter Berufung auf den eigenen Bedarf abgelehnt. Ähnlich hat sich auch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius geäußert. Der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, ging mit der Aussage, die einzige Möglichkeit für die Ukraine, die täglichen russischen Raketenangriffe zu verhindern, bestehe darin, die Produktion dieser Raketen selbst zu verrichten, von der selben Voraussetzung aus. Browdi sagte, Russland könne auf einmal knapp 80 ballistische Raketen auf Ziele in der Ukraine abfeuern. Bisher ist es unterhalb dieses Limits geblieben. Der Vizechef des Militärgeheimdienstes GUR, Wadim Skibitzkij, sprach von einem Vorrat von etwa 400 S-400-Raketen, rund 160 Exemplaren der moderneren »Iskander-M« und außerdem 100 nordkoreanischen KN-24.
Beide Kriegsparteien setzten in den vergangenen Tagen ihre Angriffe auf Ziele im gegnerischen Hinterland fort. Unter anderem wurden bei einem ukrainischen Beschuss auf die Industriestadt Nischnekamsk im Wolgagebiet am Montag nach russischen Angaben 13 Menschen getötet – darunter ein Kind – und 75 weitere verletzt. Aus der Ukraine wurden sechs Tote infolge russischer Angriffe vermeldet.
Russland konzentriert seine Angriffe seit einigen Tagen auf die Häfen von Odessa und Umgebung. Seit dem Wochenende ist die Stadt am Schwarzen Meer in großen Teilen ohne Strom und teilweise ohne Wasser. Inzwischen kam die Versorgung schrittweise wieder in Gang. Der russische Vizeaußenminister Michail Galusin lehnte eine Feuereinstellung zum jetzigen Zeitpunkt ab. Solange die politischen Gründe für den Konflikt nicht behoben seien, habe Russland kein Interesse an einer Feuerpause, sagte er am Sonntag.
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