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Linke beklagt Kahlschlag für Millionen
Linke präsentiert »Sozialabbaubilanz«: Kürzungspläne der Regierung schicken beinahe jeden Zehnten auf Armutskurs
Der bislang »massivste Angriff auf den Sozialstaat«, »historisch fast beispiellos«, »völlig ohne einen sozialpolitischen Plan«. So bezeichnete Ulrich Schneider, Mitglied im Vorstand von Die Linke, am Montag die zahlreichen Kürzungspläne, die die Regierung in allen Bereichen vom BAföG bis zur Rente vorantreibt. Schneider stellte im Berliner Karl-Liebknecht-Haus eine »Sozialabbaubilanz« vor, die auf ein so simples wie dramatisches Fazit hinausläuft: Acht Millionen Menschen im Land, also gut jedem Zehnten, droht durch den Sozialabbau weitere Verarmung – insbesondere jenen, die ohnehin schon wenig haben.
Schneider, der bis 2024 Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes war, begann seine Ausführungen mit dem Thema der »Rente mit 63«, die aktuell im Fokus steht, nachdem sie die Rentenkommission Ende Juni auf die Streichungsliste gesetzt hatte. Für diejenigen, die sich auf die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren eingestellt hatten, bedeuteten die Pläne eine faktische Rentenkürzung um 7,2 Prozent, so Schneider. Diese Kürzungen über die kapitalgestützte Vorsorge auf dem Finanzmarkt ausgleichen zu wollen sei »ein gefährliches Spiel«, dem Die Linke keinesfalls zustimmen werde.
Bewusst sei der Schwerpunkt der »Sozialabbaubilanz« auf den »Kleinkram«, also die Dinge, über die nur wenig diskutiert werde, gelegt worden. Kürzungen beim Wohngeld bis hin zur kompletten Streichung für ein Drittel der Beziehenden, die Einstellung des Unterhaltsvorschusses für Alleinerziehende, bei denen der unterhaltspflichtige Elternteil seiner Pflicht nicht nachkommt (oder nachkommen kann), Einsparungen bei Pflegeleistungen oder auch der Wegfall des Kinderzuschlags in Höhe von 25 Euro pro Monat – all diese kleineren Maßnahmen würden im Zusammenspiel ganze acht Millionen Menschen treffen. »Was die Bundesregierung hier plant, ist nichts anderes als eine immense Produktion von Armut in diesem Lande«, so Schneider. Und: »Was diese Kürzungspläne darüber hinaus mit so viel Sprengkraft versieht, ist die Tatsache, dass diese acht Millionen ganz gezielt die Menschen sind, die bereits jetzt an oder unter der Armutsgrenze leben«, sagte er weiter. »Es ist ein sozialer Erdrutsch, der sich da anbahnt in Deutschland.«
Die »Sozialabbaubilanz« verdeutlicht den Sachverhalt an zahlreichen Aspekten. Für den Bereich Wohngeld: Diese Leistung sichere aktuell 2,5 Millionen Menschen in 1,2 Millionen Haushalten ab, für viele sei sie »das letzte Halteseil vor dem Gang zum Sozialamt«, heißt es in dem Papier. Die vom Bauministerium unter Verena Hubertz (SPD) geplanten Kürzungen würden einen »Ansturm auf Jobcenter und Sozialämter« auslösen. Selbst das zuständige Ministerium rechne mit mehr als 160.000 zusätzlichen Haushalten, die in das Grundsicherungssystem getrieben werden würden. Ebenfalls gestrichen werden soll der Entlastungsbeitrag von 131 Euro im Monat für Pflegebedürftige der Stufe eins, mit dem diese sich etwa eine gelegentliche Haushaltshilfe finanzieren können. Potentiell wären hiervon eine Million Menschen betroffen, heißt es im Papier weiter. »Wer Geld hat, kauft sich Hilfe auf dem freien Markt. Wer keines hat, muss sehen, wie er zurechtkommt«, so das Urteil.
Bleibt nur eine Frage an die Linkspartei offen: Was ist zu tun? Wirklich überzeugend fiel die Antwort auf eine entsprechende Nachfrage von jW entgegen den markigen Formulierungen bei der Präsentation des Papiers nicht aus. Man müsse dem Bundestag deutlich machen, dass eine Mehrheit der Menschen im Land diese Vorhaben ablehne. »Wir werden hier nur überzeugen können, letztlich auch im politischen Raum, wenn wir Menschen auf die Straße bringen und wenn wir damit den Abgeordneten, egal ob sie Grüne oder Sozialdemokraten sind, Mut machen, aufzustehen und ihren Fraktionen zu sagen: ›So geht das nicht‹«, meinte Schneider. Ob man sich mit dem Idealismus, dass es der deutschen Politik in relevanter Weise ums Dafürhalten der Wahlvolkmehrheit und nicht ums Durchsetzen knallharter Klasseninteressen geht, einen Gefallen tut, sei dahingestellt.
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Joachim Becker 11. Aug. 2026 um 15:05 UhrBesonders in den Großstädten steigen die Mieten. Lebensmittel, Bus und Bahn werden immer teurer. Die BRD-Regierung kürzt und streicht Millionen im Sozialen, bei der Bildung und der Gesundheit, um diese Millionen in die weitere Aufrüstung zu stecken. »Wir« müssen ja »Kriegstüchtig« werden. Die Armut in der BRD nimmt immer weiter zu. Und gibt es Proteste dagegen? Nein, Fehlanzeige! Da stelle ich die Frage: Was muss nicht noch alles passieren, bis die Menschen endlich aufwachen und aufstehen?
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Menschen lernen über Bewusstsein oder über Schmerzen. Bei der Mittelschicht der Deutschen funktioniert das nur über Schmerzen. Sie benötigen eine Lektion, die ihre Kriegsgeilheit und ihre kapitalistische Lebensweise bis auf die Knochen zerstört. Manni Guerth
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Thomas Bartsch-Hauschild aus Hamburg 11. Aug. 2026 um 11:59 UhrDie Merz-Philosophie zum Sozialstaat ist simpel und einfach. Nur bei gutem Wachstum und Vollbeschäftigung länger arbeiten, rund um die Uhr, 7 Tage die Woche, dann erst können wir uns den Sozialstaat noch leisten. Doch umweltschädliche Subventionen und Steuerverschwendung in Milliardenhöhe kann man alles ändern und den Haushalt richtig sanieren, dafür braucht es anderes Denken – zuerst an eine saubere Zukunft – »Vergangenheitslösungen« mit Gas und Öl retten nicht die Welt – die Hitze bleibt – das Trinkwasser knapp – die Schiffahrt sitzt auf dem Trockenen – Atommeiler werden abgeschaltet. Dieser Kanzler-Kopf schafft die »Wende« nicht , das konnte nur Angela Merkel.
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Leider wird hier wiedermal nur die Erscheinungsebene abgehandelt. Eine Zeitung, die sich selbst marxistisch nennt, sollte auch das marxistische Werkzeug benutzen, um soziale und ökonomische Themen zu durchdringen. Finanzielle Kürzungen bei den Arbeitern und Abbau sozialer Rechte sind Alltag in einer kapitalistischen Gesellschaft. Ebenso gehören faschistische Agitation und Propaganda im bürgerlichen Parlament zum politischen Alltag. Ursache ist die kapitalistische Krise. In der kapitalistischen Krise treten Erscheinungen wie Arbeitsplatzunsicherheit, soziale Ungleichheit, Wohnungsnot, Zukunftsängste, Kriegsvorbereitungen, faschistische Tendenzen, Feindbilder usw. stärker hervor. Die Krise erzeugt gesellschaftliche Unzufriedenheit. In einer Gesellschaft ohne marxistisches Wissen versuchen die Menschen mit einfachen Erklärungen die Krise zu bewerten. Dabei wird Nationalismus statt Klassenanalyse angewendet: Der Ausländer hat Schuld … Ebenso werden Linke und Kommunisten als Feindbild benutzt: Sie werden regelmäßig im »Verfassungsschutzbericht« als gesellschaftliche Bedrohung dargestellt. Die deutsche Linke ist nicht in der Lage, gegenwärtige gesellschaftspolitische Prozesse zu verstehen, geschweige denn marxistisch zu analysieren. Deshalb schafft sie es auch nicht, sich aus dem bürgerlichen Fahrwasser zu befreien. Statt Alltagsmarxismus des täglichen Lebens zu verstehen und Lösungen vorzustellen, rekeln sie sich am Bord der kapitalistischen Titanic unter der Sonne der Bourgeoisie und im Liegestuhl der Korruption. Die Linke meint: ZITAT: »Man müsse dem Bundestag deutlich machen, dass eine Mehrheit der Menschen im Land diese Vorhaben ablehne.« Hier zeigt sich die tiefe Unwissenheit, was die Realität der arbeitenden Menschen im kapitalistischen Deutschland angeht. Ebenso kann man versuchen, eine Herde Schweine (Parlamentarier) davon zu überzeugen, ihr Schweinsein zu beenden und stattdessen Marx zu lesen. Manni Guerth
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Eckert aus Holzweissi 11. Aug. 2026 um 11:16 UhrWarum tut die Linke jetzt jammern? Sie hat doch dieser Regierung bei der Wahl geholfen und sie will es doch in Sachsen-Anhalt wieder tun. Hat sie die Wahlparolen der CDU in der Vergangenheit vergessen?
Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Berufung möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
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