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Frauen im Journalismus

Männer, Macht und Medien

Rückgang von Frauen in Führungspositionen

Von Amelie E. Höcker
Foto: IMAGO/Dreamstime
Diversität in deutschen Redaktionsräumen: Fehlanzeige

Der deutsche Journalismus liegt nach wie vor in Männerhänden. Das ergibt eine aktuelle Erhebung, die der Verein Pro Quote Medien an diesem Mittwoch veröffentlicht hat. Er beobachtet das Geschlechterverhältnis in Führungspositionen deutscher Leitmedien in einem halbjährlichen Zyklus. Die neusten Zahlen zeigen einen Frauenmachtquotienten von 37,3 Prozent, 0,2 Prozentpunkte weniger als im Januar dieses Jahres und 0,5 Prozentpunkte weniger als im Juli 2025.

»Nach fünf Zählungen mit sinkenden Frauenanteilen an der Spitze von Redaktionen ist klar, dass die Werte keine Ausreißer sind, sondern einen Abwärtstrend markieren«, erklärt Pro-Quote-Vorstandsvorsitzende Helena Ott. »Das ist besorgniserregend, weil es die mühsam erkämpfte Teilhabe und Repräsentation von Frauen im Journalismus sukzessive wieder schwächt.«

Dieser Rückgang lässt sich nicht nur in der Medienlandschaft beobachten, sondern überall, wo es noch vor ein paar Jahren eine progressive Entwicklung gegeben hat. Auch queere Repräsentation, Bodypositivity und feministische Kämpfe erleben in der wirtschaftlichen Rezession einen Backlash. Aus ihnen lässt sich schlecht Profit schlagen, und ein fortschrittliches Image lohnt sich nicht mehr.

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In der Medienwelt lässt sich das bei der Süddeutschen Zeitung (SZ) und der Welt beobachten. Doch während die SZ trotz eines Minus von 3,6 Prozentpunkten von Frauen in Machtpositionen weiterhin mit 49,1 Prozent oben im Ranking mitmischt, fällt die Welt durch einen Verlust von 2,1 Prozentpunkten unter die 15-Prozent-Marke. Damit bildet Springers Welt nicht nur das Schlusslicht aller beobachteten Medienhäuser, sondern ist auch das erste Medium, das seit Beginn der Erhebung vor zweieinhalb Jahren jemals unter 15 Prozent liegt.

»Ein schleichender Abwärtstrend, aber wenn sich die Richtung nicht bald dreht, verliert der Journalismus wieder deutlich an weiblicher Perspektive, Chancengleichheit und Repräsentation von Frauen«, sagt Vorstandsvorsitzende Ott.

Die Berechnung ergibt sich aus einer Zählung der Frauen, die Führungspositionen von der stellvertretenden Ressortleitung bis zur Chefredaktion besetzen. Insgesamt werden bei der Erstellung des Frauenmachtquotienten sechs Hierarchieebenen berücksichtigt. Je höher die besetzte Position, desto mehr Macht und dementsprechend steigt der Quotient.

Während die Quote weiter auf Talfahrt ist, wünscht sich der Verein Pro Quote ein Geschlechterverhältnis von 50:50. Dass das in einem kapitalistischen System mit patriarchalem Fundament erreicht werden kann, ist aber unwahrscheinlich.

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Erschienen in der Ausgabe vom 07.08.2026, Seite 15, Feminismus

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  • Onlineabonnent*in Martin M. aus D. 7. Aug. 2026 um 21:44 Uhr
    Wie sieht dies bei jW aus? Wie viele Redaktorinnen gibt es?
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