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Paläoklimatologie

Düstere Aussichten

Eine Studie zeigt, wie Brände vor rund 201 Millionen Jahren zu einem Massensterben auf der Erde führten

Foto: Stephane Mahe/Reuters

Waldbrände werden zu einer immer größeren Gefahr für die Menschheit. In Spanien nehmen sie zur Zeit mit verbrannter Vegetation und durch Feuer zerstörten Bauten auf rund 77.000 Hektar Fläche ein beispielloses Ausmaß an (vgl. junge Welt vom 27.7.2026). Auf der ­Iberischen Halbinsel und in Frankreich mussten bereits Hunderttausende Menschen evakuiert werden. Durch die höheren Temperaturen im Zuge des Klimawandels trocknet die Vegetation immer stärker aus und fällt noch leichter Bränden zum Opfer.

Umso beunruhigender ist der Blick in die Vergangenheit. Ein Wissenschaftlerteam um die Paläoklimatologin Teuntje Hollaar von der Universität Utrecht hat näher untersucht, wie durch einen Klimawandel begünstigte riesige Brände am Ende der Erdperiode Trias zu einem Massenausterben geführt haben. Bei der Katastrophe vor rund 201 Millionen Jahren starben 70 Prozent aller damals auf der Erde existierenden Tier- und Pflanzenarten aus. Für ihre am 21. Juli in Nature Geoscience veröffentlichte Studie haben die Forscher aus Bohrkernen Pollen und Kohlestückchen analysiert, die sich in Europa abgelagert haben. Aufgrund der ungewöhnlich dunklen Färbung der Pollen aller Pflanzenarten schließen sie auf großflächige Feuer auf dem Kontinent.

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Verantwortlich war vor allem die durch eine starke Erwärmung des Klimas begünstigte explosionsartige Ausbreitung von Farnen, die die Wälder immer weiter verdrängten. Wenn die Farne vertrocknen, »bilden sie dicke, trockene Matten, die einem Brand ideale Nahrung bieten«, wird der Studienmitautor Bas van de Schootbrugge auf dem Wissenschaftsportal wissenschaft.de (27.7.2026) zitiert. Neben dem Fund einer großen Zahl von Farnsporen stieß man auch auf eine hohe Konzentration von pyrogenen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen. Diese Schadstoffe entstehen durch Verbrennung kohlenstoffhaltiger Materialien. Beide Befunde sprechen eine klare Sprache – riesige Flächenbrände trugen zur Katastrophe am Ende der Trias maßgeblich bei.

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Erschienen in der Ausgabe vom 28.07.2026, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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