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Folter in Israel: Klinikdirektor in Lebensgefahr
Er hat sich den Truppen in Gaza entgegenstellt und soll dafür bezahlen – wenn es nach Tel Aviv geht, mit dem Tod
Seit Dezember 2024 hält Israel Hussam Abu Safija, den Direktor des Kamal-Adwan-Krankenhauses im Norden Gazas, unter Folter in Gefangenschaft. Nun droht er in Haft zu sterben. Sein Rechtsanwalt, Nasser Odeh, konnte ihn vergangene Woche kurz sehen, und sein Bericht versetzt alle in Alarmstimmung. Abu Safija habe sich unzweideutig geäußert: »Das ist das letzte Mal, dass du mich siehst. Sie haben mich hierher gebracht, um mich umzubringen. Ich werde nicht überleben. Das ist das Ende.«
Im Juni wurde Abu Safija aus seiner Einzelhaft im Ganot-Gefängnis ins Nitzan-Gefängnis gebracht. Dort werde er im unterirdischen Rakefet-Verhörverließ ununterbrochen gefoltert, berichtete Odeh: »Er wird täglich geprügelt, mit einem Hammer und mit Stöcken. Er fällt immer wieder in Ohnmacht. Medizinische Versorgung gibt es nicht.«
Der Grund für diese Zuspitzung und den offensichtlichen Versuch, Abu Safija zu ermorden, war sein Berufungsantrag vor dem Obersten Gericht Israels. Der Antrag wurde am 10. Juni abgelehnt und als direkte Reaktion darauf wurde der Klinikdirektor, als er wieder im Gefängnis war, zusammengeschlagen und aus der Einzelhaft in Ganot in die Hölle von Rakefet überführt. Maskierte Gefängniswarter brachten Abu Safija, an Händen und Füßen gefesselt, am Donnerstag zum Treffen mit Rechtsanwalt Odeh. Er hatte frische, schwere Kopfverletzungen: an Augen, Ohren und am Hals. Odeh konnte ihn im ersten Moment gar nicht erkennen.
Er und die Organisation Ärzte für Menschenrechte Israel (PHRI) warnen, dass sich der Arzt, der sich weigerte, sein Krankenhaus den israelischen Truppen zu überlassen, in unmittelbarer Lebensgefahr befindet. Direkt nach seinem Besuch appellierte Odeh an die israelische Gefängnisorganisation in einem Dringlichkeitsantrag, dass Abu Safija sofort in ein anderes Gefängnis verlegt und dort umgehend von Medizinern untersucht und behandelt wird. Die Verantwortung für sein Leben liege in der Hand der Gefängnisverwaltung. PHRI wiederum stellte zusätzliche Dringlichkeitsanträge unter anderem beim israelischen Generalstaatsanwalt und bei den Vorsitzenden des Knesset-Komitees für Auswärtige- und Verteidigungsangelegenheiten sowie dem für Verfassung, Recht und Justiz. Darin fordern sie, dass Abu Safija umgehend von einem unabhängigen medizinischen Komitee untersucht werden müsse und die notwendige Behandlung eingeleitet werde.
Nadschi Abbas, Direktor der Abteilung für Gefangene bei PHRI, betont die Dringlichkeit eines sofortigen staatlichen Eingreifens, bevor es zu spät ist: »Abu Safija ist bis heute nie irgendeines Vergehens beschuldigt oder angeklagt worden. Er wird schlicht und pauschal wie alle Gefangenen aus Gaza als ›illegaler Kämpfer‹ festgehalten.«
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