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WM-Kolumne

Hegel

Foto: Annegret Hilse/Reuters
»BRA – JPN angemacht. Claudia Neumann gehört. Umgeschaltet.«

Wie die Politik, so die Fußballnationalmannschaft – die zum Axiom aufgemaschelte Analogiehypothese, die Norbert Seitz in den achtziger Jahren gehäkelt hatte, erwies sich unablässig als Unfug. Seit der Causa Paraguay ist sie tragfähig. Berlin merzelt, Berlin lügt, Berlin schwadroniert die Dinge schön, im DFB schwafelt’s, schwefelt’s, schlaumeiert’s bar jedes Wahrheitsanspruches. Unter Kohl, »KOHL« (Henscheid), hat man kein Elfmeterschießen verloren. Unter niemandem zuvor und niemandem danach hat man ein Elfmeterschießen vergeigt – bis mit Merz der in Erz gegossene Mythos abgeräumt wurde. Ich verspüre die Inklination, an den »Weltgeist« (Hegel) zu glauben. Jede Aberration entäußert sich irgendwann.

Sie findet ihren getreuen Ausdruck in den Produkten und Gebilden des Wirklichen, wie in Hegels Ästhetik dargetan. Oder, simpler, die Widerspiegelungstheorie hat recht. Ich protokolliere, was im »Vorlauf« (Neusprech) erörtert ward: Er ist immer noch unglaublich endflott, er muss sich da gegen den Neuen erwehren, er schafft’s immer wieder, sich durch geschickte Bewegungen anspielbereit zu melden in den Schlussequenzen der ersten Halbzeit, er will seine Spielfläche finden, seine stage time ist noch nicht gekommen, er ist immer schnell in der Umschaltbewegung, aber es hat wenig Spielfläche für ballführende Spieler heute, er spritzelt dazwischen, sie haben den Dominanzgürtel jetzt quasi aufgespannt, um das Angriffspressing zu überbrücken, und man sieht, wie hier die Rolle von Aktivität hier in Reaktion immer wieder wechselt, deshalb sucht er da einen Anspielpartner, und die dafür vorgesehene Gelbe haben wir noch nicht wahrnehmen können, sie müssen in der Box wirbeln, Anspielstation sein, nun haben sie ihre Offensivakzente kreiert, in der Flugeinlage, weil Brasilien hier nichts zu verlieren hat, und das Momentum ist bei den Brasilianern, obwohl die Japaner mit jedem Konter noch mal Gefahr beschwören, was man daran sieht, wie er nach ’ner (sic!) kleinen (sic!) Kontakt zu großen (sic!) Sprung anlegt, da der sich auch über das Aufbauspiel, das Fußspiel, das Mitspielen definiert, auch wenn er heute in der Torabschlußposition noch nicht so zur Geltung gekommen ist, mich erreicht eine elektronische Post: »BRA – JPN angemacht. Claudia Neumann gehört. Umgeschaltet.«

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Ist Julian Nagelsmann die Claudia Neumann in Friedrich Merz?

Unter die Dusche (ich).

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Erschienen in der Ausgabe vom 01.07.2026, Seite 10, Feuilleton

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