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»Affordable Care Act«

Weniger Krankenversicherte in den USA

»Obamacare«: Ende von Zuschüssen sorgt dafür, dass drei Millionen sich Versicherung nicht leisten können

Foto: REUTERS/David 'Dee' Delgado
Gesund werden ist in den USA wieder teurer geworden (Newark, 28.5.2026)

Laut aktuellen Daten der US-Regierung hatten im Februar in den Vereinigten Staaten rund drei Millionen Menschen weniger eine Krankenversicherung im Rahmen des »Affordable Care Act« (ACA) – auch bekannt als »Obamacare« – als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Wie das US-Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte, sank die Zahl der Versicherten um 13 Prozent, von 22,1 Millionen im Jahr 2025 auf 19,2 Millionen. Als Hauptursache gilt das Auslaufen der Bundeszuschüsse zum 1. Januar 2026, wodurch die Versicherungskosten deutlich gestiegen sind und sich viele Menschen ihre Prämien nicht mehr leisten konnten.

Der am Freitag veröffentlichte Bericht des Ministeriums liefert erstmals einen umfassenden Überblick über die Zahl der Empfänger nach dem Ende der erweiterten staatlichen Unterstützung für ACA-Versicherungen. Diese Zuschüsse waren 2021 im Rahmen des Covid-Stimulus-Pakets der Biden-Regierung eingeführt worden und umfassten höhere staatliche Prämienhilfen, eine Ausweitung der Anspruchsberechtigung über 400 Prozent der Bundesarmutsgrenze hinaus sowie geringere Eigenanteile in allen Einkommensgruppen. Infolge dieser Maßnahmen war die Zahl der APA-Versicherten von rund elf Millionen auf über 20 Millionen gestiegen.

Die im April veröffentlichten, auf Februar bezogenen Daten zeigen nun, wie sich die teilweise um mehr als 100 Prozent gestiegenen Prämien und die daraus resultierende finanzielle Belastung auf die Versicherungszahlen ausgewirkt haben. Sie spiegeln die Situation nach Ablauf der Zahlungsfrist wider und geben den ersten offiziellen Einblick in diese Entwicklung.

Eine Schätzung der Bundesregierung vom Januar hatte bereits gezeigt, dass sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rund 800.000 Menschen weniger für ACA-Tarife angemeldet hatten. Damit war erstmals seit vier Jahren ein Rückgang der Anmeldungen im laufenden Einschreibezeitraum zu verzeichnen.

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Die Autoren des Berichts führen die Entwicklung auf eine deutliche Reduktion unzulässiger, fiktiver oder betrügerischer Teilnahmen zurück. Sie schätzen, dass insgesamt 2,9 Millionen Menschen zuvor zu Unrecht Beihilfen erhalten hätten, auf die sie keinen Anspruch hatten, und gehen zudem von weiteren 2,6 Millionen unzulässigen oder fehlerhaften Einträgen aus. Den Rückgang dieser angeblichen »Betrugsfälle« schreiben sie der 2025 von der Trump-Regierung eingeführten »Marketplace Integrity and Affordability Rule« zu.

In Wirklichkeit bewirkt diese Regelung jedoch lediglich, dass die Einkommens- und Anspruchsüberprüfungen verschärft, die Möglichkeiten zur Anmeldung eingeschränkt, bestimmte Sonderanmeldefristen abgeschafft, einige automatisch angemeldete Verbraucher zur Bestätigung ihrer Anspruchsberechtigung verpflichtet und die offene Anmeldefrist ab 2027 dauerhaft verkürzt werden.

Die gemeinnützige Gesundheitsforschungsorganisation KFF geht davon aus, dass die Teilnehmerzahl im Laufe des Jahres weiter sinken wird, möglicherweise auf etwa 17,5 Millionen. Dies wäre ein deutlicher Rückgang für das wichtigste staatlich subventionierte Krankenversicherungsprogramm für Menschen im erwerbsfähigen Alter ohne Medicaid-Anspruch. Laut KFF entfällt zudem ein überproportional großer Anteil des Rückgangs (27 Prozent) auf Personen mit Einkommen knapp oberhalb der Subventionsgrenze. In den vergangenen Jahren haben sich ACA-Tarife besonders bei Arbeitern der Plattformökonomie, Landwirten, Viehzüchtern, Friseuren und anderen Personen ohne Betriebsversicherung etabliert.

Die im vergangenen Herbst ausgelaufenen ACA-Zuschüsse standen im Zentrum eines heftigen politischen Streits im US-Kongress, der im Vorjahr zur längsten Stillegung der US-Regierung aller Zeiten geführt hatte. Obwohl sowohl Demokraten als auch einige Republikaner eine Verlängerung der Zahlungen forderten, endete der Shutdown ohne Einigung. Gleichzeitig steigen die Gesundheitskosten im Rahmen des ACA und anderer Versicherungsprogramme deutlich an, während die Bezahlbarkeit für viele Wählerinnen und Wähler zu einem der zentralen politischen Themen geworden ist. Vor diesem Hintergrund dürften sowohl der Verlust von Versicherungsschutz als auch die steigenden Kosten bei den Zwischenwahlen im November eine wichtige Rolle spielen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 29.06.2026, Seite 8, Kapital & Arbeit

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